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Die Rhône zählt unumstritten zu den weltweit bedeutendsten Flüssen für den Weinbau. Die Appellation „Côtes du Rhone Village“ liegt im südlichen Abschnitt des großen Anbaugebietes, im Département Vaucluse. Nur 17 ausgewählte Dörfer dürfen ihre Weine als Côtes du Rhône Villages mit Angabe des Ortsnamens anbieten. Cairanne gehört dazu.

Die Domaine Camille Cayran – übrigens das drittgrößte Weinunternehmen der Region – führt deshalb neben einem Landwein und der Appellation Côtes du Rhône und Côtes du Rhône Villages auch verschiedene Côtes du Rhone Villages Cairanne-Weine im Programm. Nur 40 Kilometer nördlich von der Papststadt Avignon liegt die Kellerei des Maison Camille Cayran. Die Weinberge befinden sich im Norden des Vaucluse, zwischen den beiden Flüssen Aygue und Ouvèze. Ganz in der Nähe ragen die berühmten schroffen Felsspitzen des Gebirgszuges Dentelles de Montmirail und der Mont Ventoux in den Himmel. Die Nähe zum Mont Ventoux und zu Dentelles de Montmirail, kieselige Böden mit kalkhaltiger Tonerde sowie zur Sonne hin ausgerichtete Hänge schaffen fast perfekte Bedingungen für den Anbau von Weinen. Hinzu kommt ein Klima, welches gesundes und optimal ausgereiftes Lesegut begünstigt.

Die Philosophie des Maison Camille Cayran stützt sich auf drei Säulen:

Handarbeit: Die Parzellen sind kleinteilig – im Schnitt bearbeitet jeder Winzer nur neun Hektar. 80 Prozent der Parzellen werden von Hand gelesen.
Ein alter Rebstockbestand: Mehr als 70 Prozent der 1.200 Hektar umfassenden Rebfläche sind mit über 60 Jahre alten Reben bestockt; die Hälfte steht sogar unter 80-jährigen Rebstöcken!
„Agriculture Raisonnée“: Ein ähnliches Konzept wie das der integrierten Produktion, das einen umweltbewussten Umgang mit Ressourcen fordert.

Maison Camille Cayran ist ausgewiesener Rotwein-Spezialist: 84 Prozent der Produktion entfallen auf die Roten. Kellermeister Thierry Caymaris will die feminine Seite des Weins herausarbeiten, also weniger wuchtige Weine erzeugen, wie man sie sonst im Rhône-Tal häufig findet – eher elegante Tropfen. Da die Weinberge auf bis zu 276 Meter ü. NN liegen, ist stets eine gewisse Frische im Wein auszumachen.

Zum Wein: Beim La Réserve Cairanne 2009 handelt es sich um eine Cuvée die durch die Assemblage aus Grenache, Syrah, Mourvèdre und Vieux Carignan entstand. Die verwendeten Rebsorten tragen zum gesuchten Cairanne-Stil bei: Grenache Noir, Hauptbestandteil von bis zu zwei Drittel der Cuvée, bringt Frucht, Weichheit und Fülle. Syrah steuert fruchtige und florale Noten bei, aber auch Intensität und Konzentration. Struktur und Komplexität ist dem Mourvèdre zu verdanken. Die Cairanne-Rotweine sind mit ausgeprägten Kirschnoten sehr fruchtbetont, würzig und in der Regel sehr saftig.

Farbe: Sattes, tiefdunkles Rot mit violetten Reflexen.

Bouquet: Dunkle Kirschen, schwarze Johannisbeeren, etwas Pflaume, eine dezente Kräuternote, Pfeffer und Zimt.
Geschmack: Fruchtige Kirsche dominiert weiterhin, Kräuter und Tannine übernehmen. Langer Abgang. Am Gaumen zeigt sich dieser Rotwein wirklich gut strukturiert und konzentriert.

Speiseempfehlung: Zu kräftigen Gerichten, Schmorbraten, Entrecôte, zu Gegrilltem oder zu deftig würzigem Hartkäse.

Fazit: Würzig, kraftvoll aber nicht wuchtig wie viele Weine aus dem Rhône-Tal klassisch daherkommen. Es ist kein Wein der noch 20 Jahre im Keller liegen sollte – aber 5-6 Jahre hält er locker aus. Der 2009er Cairanne bietet sich für kalte Winterabende vor dem Kamin an, aber genauso gut im Sommer zum Grillen. Für Fans von kraftvollen, französischen Rhone-Weinen eine klare Empfehlung. Und bei einem Preis von 7-9 Euro erst recht.

Die Bodega Macia Batle findet sich am Ortsausgang von Santa Maria del Cami und gestaltet sich für mallorquinische Verhältnisse recht groß und auffällig. Es ist kein Schloss, eher ein zweckmäßiger aber moderner Neubau aus hellem Sandstein, der aber die Augen eines jeden Vorbeifahrenden auf sich zieht.

Das Weingut stellt bereits seit 1856 Weine her. 1998 hat Ramon Servals i Batle die Geschäfte übernommen, modernste Installationen vorgenommen und neue Maschinen und Technologien eingeführt. Macia Batle steht seitdem für eine Bodega, die auf traditioneller Basis modernste Weine entwickelt. 150 Hektar Rebfläche werden von der Bodega Macia Batle bewirtschaftet und damit 800.000 Liter Wein produziert. Der Fokus liegt auf autochthonen Rebsorten wie Manto Negro, Callet oder Prensal. Macia Batle ist ein Beispiel dafür, mit welcher Geschwindigkeit sich Mallorca zu einem inzwischen auch international geschätzten Weinland entwickelt hat.

Für den Macia Batle Tinto Anada wurde die inseltypische Sorte Manto Negro mit etwas Callet und den weltweit angebauten Sorten Cabernet Sauvignon und Syrah verbündet. Nach der Vergärung in Stahltanks reift der Wein zwei Monate in amerikanischen Eichenfässern. Das Ergebnis ist absolut spannend und interessant. Aber mehr dazu gleich. Vielleicht noch ein Wort zur Herkunftsbezeichnung: die Klassifizierung „Denominacion De Origin Binissalem“ steht für die Verwendung der für Mallorca traditionellen, autochthonen Trauben.

Nun also zum Wein.

Farbe: Kirschrot mit violetten Nuancen

Bouquet: Saftige Beeren und Zwetschgen bestimmen die Aromatik. Waldbeere, Kirsche, Gewürze, Tabak und dezente Eichenholznoten sind zu erkennen. Ein Hauch Vanille.

Geschmack: Elegant, frisch und sehr gut ausbalanciert. Guter Körper und sanfte Tannine. Beachtliche Länge.

Speiseempfehlung:  Fleisch – Ente, Gans oder Wild. Auch passend zum Grillen.

Fazit: Mallorquinische Weine sind im Kommen. Die Qualität vieler Mallorca-Weine ist auf hohem Niveau. So auch sämtliche Weine der Bodega Macia Batle, die auf Mallorca inzwischen Kultstatus erlangt hat. Wer noch nie einen Rotwein Mallorcas im Glas hatte, dem sei der Macia Batle Tinto Anada Crianza von 2009 empfohlen. Ein spannender Wein der sofort getrunken werden kann oder durch weitere Lagerung noch mehr Geschmeidigkeit und Fülle erlangt.

Da wir uns in den letzten Wochen viel mit Themen rund um die gehobene Gastronomie beschäftigt haben und Interviews mit bekannten Top-Sommeliers wie Hendrik Thoma und Evangelos Pattas veröffentlicht haben, wird es nun mal wieder Zeit, uns dem Wein zu widmen bzw. das Weinwissen etwas aufzupolieren. Schließlich ist Wein ein sehr anspruchsvolles Getränk und ein Mindestmaß an Wissen rund um den Wein ist notwendig, um ihn stilvoll genießen zu können. Wie tastet man sich aber als Einsteiger an dieses Thema heran? Welcher Wein passt zu welchem Essen? Wo einkaufen? Wann korkt ein Wein? Fragen über Fragen. Und mit den Antworten auf all diese Fragen wollen wir uns kontinuierlich in der nächsten Zeit beschäftigen. Folgende Themen rund um das notwendige Weinwissen werden wir auf wein-lese.net beantworten:


Wie wird Rotwein hergestellt?
Wie wird Weißwein hergestellt?
Wein kaufen – hilfreiche Tipps für die Auswahl des richtigen Weines.
Welches ist die optimale Trinktemperatur für welchen Wein?
Welches Weinglas passt zu welchem Wein und warum?
Wie führt man eine Weinprobe zuhause durch?
Wein und Essen – was passt zusammen?


Heute beginnen wir die „kleine Wein-Regelkunde“ mit Informationen zum Rotwein. Wie wird Rotwein eigentlich hergestellt und woher kommt beispielsweise die rote Farbe?

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Am Anfang der Rotweinherstellung steht die Ernte – das Lesen der Trauben. Die eigentliche Weinproduktion, das Vinifizieren, beginnt mit dem Entrappen und Mahlen der Trauben. Das Entrappen ist das Trennen von Stielen und Blättern. Beim anschließenden Maischen werden die Trauben gepresst, die Maische in Behälter geleitet, wo entweder eine Kaltmazeration stattfindet oder die Maische kurzfristig erwärmt wird, um die Farbausbeute zu verbessern. Die Gärung erfolgt in Kupfertanks oder Fässern und beginnt nach Beifügen von Hefe. Die Hefe dient als natürlicher Katalysator, um den enthaltenen Zucker in Alkohol umzuwandeln. Die Temperaturen während der Gärung erreichen nicht selten 40°C und mehr. Nach der Gärung wird der Rotwein zum Beispiel in Barriquefässern gelagert – diese bestehen oft aus Eichen- oder Buchenholz. Die Holzart hat starken Einfluss auf die geschmackliche Eigenschaft des Rotweins. Das Abfüllen und eine eventuell anschließende Lagerzeit in der Flasche machen den Wein verkaufsfertig. Die Herstellung von Rotwein und Weißwein unterscheidet sich: Rotweine werden im Gegensatz zu Weißweinen mit den Schalen vergoren. Der Alkohol wirkt hierbei als Lösungsmittel und entzieht den Schalen, den Stielen und den Kernen Farbe, Tannin und ihre aromatischen Bestandteile – so entsteht auch die rote Farbe und damit der Rotwein.
Wichtige und bekannte Rotweinsorten sind bspw. der Cabernet Sauvignon, der Merlot, und der Pinoit Noir (in Deutschland Spätburgunder genannt). Es gibt unzählige weitere Traubensorten bzw. Rotweine die wir an dieser Stelle nicht alle aufzählen möchten.
Woher kommen die besten Gewächse und welches sind die großen Rotweine derzeit? Eine Liste großer Rotweine wird immer unvollständig und auch subjektiv sein. Französische Gewächse werden in fast jeder Aufstellung an erster Stelle genannt, und zwar die roten Burgunder und die großen Bordeauxgewächse, zum Beispiel die Châteaux Latour, Margaux, Haut-Brion, nicht zu vergessen auch die Crus der Rhône, z.B. Côte-Rôtie oder Châteauneuf-du-Pape. Italien ist mit Barolo, Barbaresco, Brunello di Montalcino, Riservaqualitäten von Chianti Classico und Amarone vertreten. Spanien hat vor allem in den 1990er-Jahren mit Rotweinen von Priorat und Ribera del Duero und aus dem Rioja auf sich aufmerksam gemacht. Amerika steuert Cabernet Sauvignon aus dem Nappa Valley bei, Australien seine besten Shirazweine und auch aus Chile sowie Südafrika kommen inzwischen höchstwertige Rotweine.
Zu den einzelnen Rotweinsorten wollen wir im Rahmen der kommenden Weinproben sukzessive näher eingehen. Das würde an dieser Stelle ganz sicher den Rahmen sprengen.

Einen, wie ich finde, besonderen Rotwein möchte ich heute vorstellen. Den Le Bocce Il Paladino Rosso Toscano. Die Weine aus der Le Bocce Familie – es gibt den Le Bocce Chianti Classico, den Le Bocce Chianti Classico Riserva und den Le Bocce Il Paladino Rosso, kommen aus Italien, genauer gesagt aus der Toskana. Der Il Paladino Rosso ist für mich der Star bei Le Bocce. Und speziell der 2005er ist sehr gut gelungen. Im Gegensatz zu seinen o.g. Chianti-Brüdern, die mit dem Gütesiegel DOCG – Denominazione di Origine Controllata e Garantita, versehen sind, handelt es sich beim Il Paladino um einen Wein mit dem Qualitätssiegel IGT. IGT steht für Indicazione Geografica Tipica und ist in Italien die Bezeichnung für einen Wein, der aus einem bestimmten Anbaubaugebiet stammt. Zugelassen sind nur bestimmte Rebsorten, der Hektarertrag ist begrenzt, ein Mindestalkoholgehalt vorgeschrieben. Die Qualitätsbezeichung wurde nach dem Vorbild des französischen Qualitätsstandards Vin de pays eingeführt. Wenn man ein Ranking der italienischen Gütesiegel aufstellen würde, rangiert die Klassifizierung IGT hinter den DOCG-Weinen, d.h. die Kriterien die es für DOCG-Weine zu erfüllen gilt, sind umfangreicher als bei IGT-Weinen. Allerdings lässt sich das so pauschal nicht wirklich beschreiben. Ich glaube, ich widme mich diesem Thema ausführlich in einem späteren Post.

Bevor ich näher auf den Wein und die Weinprobe eingehe, wie immer erst mal ein paar Worte zum Weingut. Das Weingut bzw. die Fattoria Le Bocce werden von der Familie Farina betrieben. Le Bocce liegt traumhaft und malerisch eingebettet in die toskanische Landschaft, südöstlich von Florenz, ganz in der Nähe des Dorfes Panzano, das für seine Weine und Weingüter bekannt ist. Im Sommer ist Panzano für Weinfreunde durchaus eine Reise wert – Bars, Restaurants und Enotheken säumen den kleinen Marktplatz und laden zum Verweilen ein. Panzano besitzt eine lange Weinbautradition. Namen wie Fontodi, Rampolla und La Massa sind hier beheimatet. Das Gut Le Bocce liegt in Alto Chianti in Panzano, dem letzten florentinischen Landstrich der Provinz Siena, und erstreckt sich über 70 Hektar. Ein erheblicher Teil der Fläche dient dem Weinanbau; auf dem restlichen Land werden unter anderem Oliven angebaut. Die klimatischen und geologischen Voraussetzungen für den Anbau der klassischen Chianti-Sorten sind hier optimal. Der Großteil der Hänge ist nach Südwesten ausgerichtet, die Böden sind sandig, teilweise steinig. Die Weine der Fattoria Le Bocce zählen zwar noch nicht zu den ganz großen Gewächsen des Chianti Classico, sie sind aber auf dem besten Weg.

Zum Wein: Der Le Bocce Il Paladino Rosso Toscano wird ausschliesslich aus der Rebsorte Sangiovese gekeltert. 18 Monate verbringt der Wein in Barriques.

Die Farbe: Karmin- bis ziegelrot mit hellbraunem Rand. Der Duft: Sehr schön gereifte Sangiovese-Frucht. Kischen, Kräuter, Holz, leicht rauchig – das Barrique macht sich angenehm bemerkbar. Der Geschmack: Weich und harmonisch. Würzig.  Fazit: Super Wein im Preissegment um ca. 12 Euro – klare Empfehlung! Wer auf italienische Weine mit rauchiger Note steht, liegt hier genau richtig. Viel Spaß!

Wein und Pasta. Welcher Wein passt? Eine einfache Grundregel lautet: Regional passt immer. Wenn Sie zu einem regionalen Gericht einen Wein aus der gleichen Region wählen, liegen Sie richtig. Speisen und Wein der gleichen Region verbinden die gemeinsame kulinarische Tradition sowie die gleichen klimatischen Bedingungen und können deshalb in der Regel wunderbar miteinander kombiniert werden. An diese Regel wollen wir uns auf Wein-Lese heute auch halten und probieren zur Pasta mit einer dunklen Tomatensauce und Thunfisch auch einen dunkelroten, mittelkräftigen, toskanischen Wein: den Dogajolo 2008 IGT aus der Toskana.

IGT steht für Indicazione Geografica Tipica und entspricht einer Qualitätsstufe, in die italienische Weine eingeordnet werden . Auch in Italien wird Wein gundsätzlich eingeteilt in Tafelwein und in Qualitätswein. Die einfachste Qulitätstufe ist der Vino da Tavola. Danach kommt eigentlich der IGT. In die Qualitätsstufe IGT werden sowohl einfache Weine klassifiziert als auch höchst anspruchsvolle Tropfen denen eine höhere Qualitätsstufe (z.B. DOC oder DOCG) verwehrt bleibt weil weil sie aus anderen als den hierfür vorgeschriebenen Trauben gekeltert sind. DOC (Denominacione di Origine Controllata) ist die nächsthöhere Deklarierung und die höchste amtliche Qualitätsstufei st die DOCG (Denominacione di Origine Controllata e Garantita).

Der Dogajolo kommt aus der Toskana. Das Weingut Carpineto wurde 1967 von Giovanni Sacchet und Antonio Zaccheo gegründet. Unter der Leitung von Sacchet und Zaccheo entwickelte sich Carpineto zu einem Weingut von internationalem Renommee mit zahlreichen Preisen und Anerkennungen. Die Rotweine von  Carpineto genießen heute großes Prestige. Carpineto exportiert in 60 Länder weltweit. Man produziert fast ausschliesslich Rotweine, die vor ihrer Vermarktung 3 Jahre oder länger lagern.

Der Dogajolo besteht aus den Rebsorten Cabernet Sauvignon (20%) und Sangiovese – der traditionellen Rebsorte der Toskana. Ausgebaut wird er in Eichenfässern.

Die Farbe: dunkles rubinot mit violetten Tönen, mittelkräftig. Der Duft: fruchtig rote Kischen, Kräuter, leicht pfeffrig. Der Geschmack: ausgeprägte Frucht, vollmundig und weich – typisch für einen jungen Wein. Speiseempfehlung: der perfekte Begleiter zu Pasta!

Fazit: ein guter Wein im Preissegment 6-8 Euro. Man könnte sich diesen Dogajolo durchaus auch etwas teurer vorstellen – soll heissen: super Preis-/Leistungsverhältnis. Der Dogajolo passt einwandfrei zu Pasta mit dunkler Sauce und ist ein prima Jeden-Tag-Italiener!

Die Bäume verfärben sich, Blätter fallen von den Ästen, der Wind weht und die Temperaturen sinken. Die Natur zeigt sich in den schönsten Farben. Der Herbst ist da! Die Tage werden kürzer, die Abende werden länger. Zeit für gemütliche Stunden zuhause. Zeit für ein gutes Buch. Und vor allem: Zeit für eine gute Flasche Rotwein.

Deshalb möchte ich heute einen kräftigen und dunklen Rotwein probieren. Was liegt da näher als ein spanischer Rotwein aus der Rioja. Und zwar einen Reserva. “Reserva” ist eine offizielle Qualitätsauszeichnung für hochwertige spanische Weine, die mindestens drei Jahre gereift sein müssen- davon mindestens ein Jahr im Eichenholzfass. Der Wein darf also erst im vierten Jahr nach der Weinlese verkauft werden. Weißweine müssen sechs Monate im Fass und insgesamt zwei Jahre gelagert werden. Eine weitere Klassifizierung in Spanien ist die Bezeichnung “Gran Reserva”. Ein solcher spanischer Wein muss zwei Jahre im Holzfass und drei oder mehr Jahre in der Flasche lagern. Es dürfen nur Weine aus guten Jahrgängen  verwendet werden. Für Weißweine gilt: sechs Monate im Holzfass und dann vier Jahre in der Flasche. Hauptsächlich Weine aus der Rioja oder den Ribera del Duero eignen sich für den Ausbau im Holzfass (Barrique).

Heute soll es ein Reserva aus der Rioja sein. Im 3. Jahrhundert vor Christus wurde das heute unter dem Namen La Rioja bekannte Gebiet von den Beronen bewohnt, woher sich der Name Beronia ableitet. Bodegas Beronia wurde 1973 gegründet.

Für den Reserva verwendet Beronia hauptsächlich die im Rioja weit verbreitete Edelrebe Tempranillo mit Mazuelo und Graciano und baut diesen in Eichenfässern aus, bevor er in Flaschen gefüllt wird. Das Jahr 2004 das in der Rioja als eines der besten der letzten Jahre gefeiert wurde, lässt viel erwarten. Ich kann es vorwegnehmen – die Erwartungen werden nicht enttäuscht.

Die Farbe: dunkel und rubinrot. Der Duft: typisch, ausgewogen, Vanille, etwas Tabak und Leder. Ein deutlicher und sauberer Holzton. Gefällt! Der Geschmack: fruchtig, kräftig, reife dunkle Früchte, Kräuter. Super! Speiseempfehlung: zu Fleischgerichten und würzigem Käse.

Fazit: super! Ein eleganter, farbintensiver und fruchtiger Rotwein. Genau das richtige für einen gemütlichen Herbstabend zuhause oder als anspruchsvoller Begleiter zum Essen. Zusammenfassend: beide Daumen nach oben – mit ca. 12 Euro ist dieser Beronia Rioja Reserva 2004 eine echte Empfehlung für Freunde kräftiger und anspruchsvoller Rotweine.

Australischer Rotwein. Wer denkt da nicht sofort an Penfolds? Eines der wohl legendärsten Weingüter der neuen Welt und Synonym für den Aufstieg des australischen Rotweins in die Weltspitze. Die Palette reicht vom einfachen Tischwein bis hin zu den größten und berühmtesten Gewächsen der Welt. Mit klangvollen Namen wie dem des Shiraz “Grange”, des klassischen “St. Henri” und des grandiosen Cabernet Sauvignon “Bin 707” avancierte Penfolds zum Star am Weinhimmel von Down Under. Ohne Penfolds und seinen berühmten Kellermeister Max Schubert hätte es die geschmackliche Revolution hin zu trockenen Weinen in Australien wohl nie gegeben. Bis Ende der 70er-Jahre hinein dominierten süße, alkoholstarke Weine die Produktion in Australien. Penfolds verfügt über eine ansehnliche Geschichte und viel Erfahrung in der Weinherstellung. Das alteingesessene Weingut wurde 1844 von dem englischen Arzt Dr. Christopher Rawson Penfold gegründet, der seinen Patienten Wein als Gesundheitstonikum empfahl. Die Reben pflanzte er in Magill, neun Kilometer von Adelaide entfernt, im Süden Australiens. Magill Estate ist heute noch Hauptsitz des Hauses. Penfolds, ist im Besitz der ältesten wurzelechten Cabernet-Sauvignon- und Shiraz-Reben auf dem Planeten. Und diese bilden noch heute die Grundlage für Spitzenweine des über 500 Hektar umfassenden Besitzes. Als eines der führenden Weingüter in der Welt gibt Penfolds in vielen Bereichen der Weinherstellung und der Vermarktung tatsächlich den Ton an. Sei es mit den exklusiven Klassikern von Penfolds, sei es mit den einfacheren Tropfen, die durch klare, saubere Aromen und ein beispielhaftes Preis-Leistungs-Verhältnis bestechen. Und genau so einen wollen wir heute verkosten. Den Penfolds Shiraz Cabernet 2008.Der Wein ist mit ca. 10 Euro durchaus erschwinglich und eignet sich sowohl zu einem anspruchsvollen Essen als auch für den alltäglichen Genuss. Zu welchem Essen passt der Penfolds Shiraz Cabernet? Ideal zu dunklem Fleisch, z.B. Rind oder Wild. Aber sehr gut auch zu würzigem Käse wie Gruyere oder Emmentaler.Das Fazit: gutes Preis-/Leistungsverhältnis, ein super Allrounder der eine breite Zielgruppe anspricht. Soll heissen: der Penfolds Shiraz Cabernet 2008 ist auf jeden Fall eine Empfehlung wert. Sowohl als Jeden-Tag-Wein als auch als Begleiter zum Essen.

Heute soll es in die neue Welt gehen – und zwar nach Kalifornien. Das Weingut Fetzer hat sich über die Landesgrenzen der USA hinaus einen Namen gemacht. Vor allem in Europa. Cabernet Sauvignon ist in Kalifornien keine Seltenheit. Im Gegenteil: die aus Bordeaux eingeführte Traube hat förmlich Karriere gemacht in den USA und wird recht häufig angebaut.Was gibt es zum Weingut Fetzer zu sagen? Fetzer war eines der ersten Weingüter die in Kalifornien sehr guten Wein produziert haben. Ursprünglich von Bernard Fetzer als Hobby gegründet, haben acht seiner Kinder den Betrieb zu einem international bekannten Weingut aufgebaut. 1992 wurde das Unternehmen verkauft. Seit dem Verkauf hat man den Einduck, dass alles deutlich stärker kommerzialisiert wurde – was sich meines Erachtens auch auf die Qualität des Weines ausgewirkt hat. Nicht unbedingt im positiven Sinne.Nun zum Wein: der Cabernet Valley Oaks ist ein klassisch amerikanischer Rotwein. Wie man ihn erwartet. Ein guter Rotwein. Das Überraschungsmoment bleibt allerdings aus. Soll heissen: tiefdunkles rot, fabintensiv. Die Aromen: schwarze Johannisbeeren, klassischer deutlich rauchiger barriqueanklang (ich würde schwer auf Chips – die kostengünstige Alternative zu teuren Eichenfässern - tippen), feinbeerig und mit angenehmen Tanninen. Wozu passt der Fetzer Cabernet Sauvignon Valley Oaks? Zu würzigen Wildschweinpasteten, geschmorten Fleischgerichten, gegrillten Lammspießen und reifem Hartkäse. Zum Beispiel.Fazit: eben ein typisch kalifornischer Cabernet Sauvignon. Wahrscheinlich wird der nächste Jahrgang die gleiche Qualität aufweisen und auch sehr, sehr ähnlich schmecken. Mit diesem Wein kauft man was man erwartet, macht also nichts falsch, erlebt allerdings auch keinen extravagante Überraschung.

Da war ich doch neulich mal in Berlin im Restaurant Käfer über dem Bundestag zum Essen eingeladen. Und durfte dort einen Rotwein trinken, der wirklich aussergewöhnlich war, und um es vorweg zu nehmen, eine absolute Empfehlung ist. Warum aussergewöhnlich? Es war ein Nebbiolo aus Deutschland! Nebbiolo ist eine Edelrebsorte die eigentlich hauptsächlich im Norden Italiens bzw. im Piemont angebaut wird. Der Nebbiolo gehört zu den am langsamsten reifenden Weinen überhaupt, aber damit auch zu denen, die ihre Qualität am längsten behalten. Der erste Nebbiolo-Weinberg Deutschlands steht im Kallstadter Steinacker und wird vom Weingut Brenneis-Koch bewirtschaftet.

Dieser Wein ist ein Ausnahmewein! Ausgebaut in älteren Barriques macht sich das sanft in den Aromen bemerkbar. Die Farbe: brilliantes rubinrot. Duft: Waldfrüchte und Süßholz, ein Hauch Vanille. Ein sehr gut strukturierter, noch jugendlicher Nebbiolo mit Lagerungspotenzial. Fazit: dieser Wein kann mit den großen Nebbiolos aus Italien mithalten oder ist vielleicht sogar noch besser.

Zwar halte ich es im Sommer lieber mit dem Weisswein, nichts desto trotz soll die erste Verkostung in diesem Blog bzw. die erste Weinbeschreibung einem Rotwein gelten!

Als Freund der spanischen Weine kommt man am Tempranillo natürlich nicht vorbei – heute soll es eine Cuvee aus Tempranillo und Garnacha sein. Und in Zeiten der Finanzkrise widmen wir uns erst einmal dem unteren Preissegment. Gesagt getan: eine Flasche Arcano organisiert. Was gibt es zum Weingut zu sagen: liegt im Valdepenas und gehört offensichtlich zur neuen Generation der Weinhersteller in diesem Gebiet. Ansonsten eher unbekannt und meines Wissens ohne Auszeichnungen bis dato.

Also los.  Flasche aufgemacht: Naturkork. Im Weinglas: sehr schöne ziegelrote Farbe. Toller Duft, würzige Aromen in Richtung Zigarrenkiste, Leder, ein wenig Kaffee und Vanilleduft. Sehr fruchtig. Und das alles schön ausbalanciert, rund und geschmeidig.

Mein Fazit: nicht die Benchmark dessen was an Tempranillo zu haben ist – allerdings in dieser Preisklasse (ca. 7.-Euro) eine echte Alternative. Und im Sommer würde ich empfehlen, diesen Wein sogar bei einer eher niedrigen Rotwein-Temperatur von ca. 15 Grad zu trinken. Eine echte Empfehlung also in dieser Preisklasse und für den Sommer.

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