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Wie kaum ein anderes Nahrungs- oder Genussmittel steht Champagner für Qualität und Exklusivität und dies nicht ohne Grund.

Was ist Champagner?

Champagner ist ein im französischen Weinbaugebiet Champagne – im Norden Frankreichs – hergestellter Schaumwein. Der Begriff ist dabei markenrechtlich streng geschützt. Nur Winzer, die im festgelegten Gebiet in der Champagne ihre Weine anbauen und strengen Herstellungsregeln und Qualitätskontrollen entsprechen, dürfen ihre Erzeugnisse als Champagner vertreiben. Darüber hinaus ist auch der bis 1994 erlaubte Herstellerverweis méthode champenoise – Champagnermethode – heute für die Hersteller anderer Schaumweine untersagt.

Das Weinbaugebiet Champagne

Das Weinbaugebiet weist mit der Verwaltungsregion Champagne-Ardenne zwar starke Überlappungen auf, ist ihr aber nicht völlig gleichzusetzen. Es ist gut 33000 Hektar groß und umfasst die vier Anbauzonen Montagne de Reims, Vallée de la Marne, Côte des blancs und Côte des Bars.

Für das Jahr 2015 ist eine Erweiterung geplant und somit steht für den Champagner ab diesem Zeitpunkt eine größere Anbaufläche zur Verfügung. Die drei Rebsorten, die man zur Herstellung des Champagners verwendet, sind Pinot Noir, Pinot Meunier und Chardonnay, die entsprechend der unterschiedlichen Bodenbeschaffenheit in der Champagne angebaut werden.

Die Herstellung des Champagners

Die Weintrauben werden handverlesen und mehrfach gepresst, doch nur der Most aus der ersten Pressung, die so genannte Cuvée, wird für hochwertigen Champagner verwendet. Die zweite und dritte Pressung enthält mehr Bitterstoffe, die als störend angesehen werden. In Holzfässern kommt es unter Zugabe von Hefe dann zur ersten Gärung, die einige Monate dauert. Es folgt die Assemblage, die Zusammenstellung mehrerer Cuvées, die den speziellen Charakter der einzelnen Champagnermarke ausmachen. Dann kommt es zur méthode champenoise, der Flaschengärung.

Diese wird durch Zusetzen von Liqueur de tirage ermöglicht, einer Mischung aus Zucker, Hefe und Wein. Da sich hierbei durch die Hefe Trübstoffe bilden werden die Flaschen danach gerüttelt und dann degorgiert. Beim Rütteln, befinden sich die Flaschen zunächst in waagerechter und später senkrechter Position, wobei sich die Trübstoffe im Flaschenhals sammeln. Dieser wird beim Degorgieren in ein Eisbad getaucht, der provisorische Kronkorken wird entfernt und der Überdruck in der Flasche sorgt dafür, dass der Eispfropfen aus der Flasche gedrückt wird. Die fehlende Flüssigkeit wird ersetzt, bevor die Flaschen abschließend verkorkt werden. Dann geht es in den Champagner Shop.

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Mythos Champagner. Da fällt mir doch noch ein Mythos ein. Fängt auch mit C an: Currywurst. Und was haben Champagner und Currywurst miteinander zu tun? Berechtigte Frage. Die Anwort lautet: Champagner und Currywurst sind ziemlich hip zur Zeit – und das nicht nur in Berlin, der Hauptstadt der Currywurst. German Junk Food erlebt ein Revival und und ist gefragt wie noch nie. Extravagante Luxusversionen von Currywurst & Co erobern Deutschland. Immer mehr Edel-Currybuden peppen ihre Speisekarten auf: mit Biowürsten in unzähligen Variationen, angerichtet mit exotischen Saucen und hausgemachten Mayonnaisen. Im schicken Interieur werden Gourmetwürste mit Blattgold und Bio-Pommes mit Wasabi-Mayonnaise auf Porzellantellern serviert, begleitet von Champagner oder Wein. Selbst Sterneköche lassen sich von dem Hype anstecken und eröffnen eigene Pommesbuden oder setzen die Currywurst auf ihre Speisekarten zwischen Jakobsmuscheln und Coq au Vin. Sogar im Luxushotel Adlon steht sie manchmal auf der Speisekarte – mit Champagner! Bei Berlinale-Partys gilt sie genauso als hippes Fingerfood, und beim Bundespresseball ist sie bereits Kult. Auf dem politischen Parkett outete sich Alt-Kanzler Gerhard Schröder als Currywurst-Liebhaber.

Um die Erfindung der Currywurst ranken sich unzählige Mythen. Mancher scheint sich sicher zu sein, dass die erste Currywurst in Berlin zubereitet wurde. Und zwar von Herta Heuwer. Sie verkaufte die Wurst mit einer Sauce aus Tomatenmark, Currypulver und Worcestershiresauce im Nachkriegsdeutschland an ihrem Imbissstand in Berlin-Charlottenburg. Eine andere Legende besagt, dass die Currywurst von einer Prostituierten von Hamburg nach Berlin gebracht wurde. Auch das Ruhrgebiet beansprucht die Erfindung der Currywurst für sich. Niemand hat diese heiß-fettige Liebe so schön im passenden Jargon festgehalten wie Herbert Grönemeyer 1982 auf seinem Album “Total egal”: “Kommse vonne Schicht, wat schönret gibt et nich als wie Currywurst.” An Imbissbuden im ganzen Ruhrgebiet gilt bis heute die Ansage: Curry mit Pommes Schranke, Mantaplatte oder  Schimanski-Teller. Denn multimedial inszenierte sich die Currywurst zuerst im Ruhrpott-Tatort samt Horst Schimanski.

Sicher ist: heute ist die Currywurst deutschlandweit eines der beliebtesten Fastfood-Gerichte. Ob man dazu nun Champagner trinken muss oder gar Wein? Darüber lässt sich streiten. Klar ist: angesagt ist die Kombi aus Champagner und Currywurst auf jeden Fall. Immer mehr Buden spriesen aus dem Boden. Man trifft sich um 5 Uhr morgens nach dem Clubbesuch noch auf ne Curry mit Champagner.

Selbst Stuart Pigott hat sich schon 1997 in einem Artikel in der BZ mit der Currywurst auseinander gesetzt und sich als echten Currywurstfan geoutet. Auch was Champagner mit Currywurst anbelangt hat sich Stuart Pigott ein Urteil gebildet. Er ist der Meinung, dass ein Dom Perignon-Champagner nicht mit der süßen Tomatensauce der Currywurst harmoniert. Wenn schon Champagner, ist er der Meinung, dann ein Veuve Cliquot. Der perfekte flüssige Partner zur Currywurst ist aber süß. Wer es also unbedingt dekadent mag, sich aber nicht superdekadent für den Champagner entscheidet, dem sei ein edelsüßer deutscher Wein zur Currywurst empfohlen. Und schon sind wir wieder bei einer der Grundregeln zur Frage „welcher Wein zu welchem Essen?“: Regional passt immer!

Champagner – was steckt eigentlich dahinter? Was ist Champagner, wo kommt er her und wie ist der Mythos entstanden. Mit diesen Fragen habe ich mich einmal beschäftigt und interessante Erkenntnisse gewonnen.

Champagner entstand eigentlich aus Zufall. Und zwar im 17. Jahrhundert. Das raue Klima in der Champagne führte dazu, dass der Gärungsprozess beim Wein im Winter unterbrochen wurde. Im Frühling setzte eine zweite Gärungsphase ein, durch die das – anfänglich unerwünschte – Sprudeln in der Flasche entstand.

Nicht jeder Schaumwein darf sich auch Champagner nennen. Champagner darf sich nur nennen, was auch tatsächlich aus der Champagne, dem Anbaugebiet rund um Reims und Epernay in Nordfrankreich, stammt. Und: Zur Herstellung des Champagners dürfen nur die Rebsorten Pinot Noir, Pinot Meunier und Chardonnay verwendet werden. Das streng vorgeschriebene Flaschengährungsverfahren, die Méthode Champenoise, gilt als unantastbares Winzergesetz.

Veuve Clicuot, Moet & Chandon, Louis Roederer, Bollinger, Pommery – das sind nur einige der großen Marken, die weltweite Bekanntheit erlangt haben. Die Hersteller legen großen Wert auf die Einhaltung der oben genanten Vorgaben und bewerben qualitativ hochwertige Champagner. Trotzdem gibt es in der Champagne eine Vielzahl kleinerer Winzereien, die Champagner ähnlicher oder sogar besserer Qualität – teilweise zu deutlich günstigeren Preisen – anbieten. Oftmals entscheiden auch die Marketingbudgets des jeweiligen Herstellers und nicht die Qualität des Champagners darüber, ob eine Flasche am Ende 50 oder 150 Euro kostet.

Meistens sind Champagner Cuvees. Die Mischung ist es nämlich, die dem Champagner Charakter und Farbe verleiht. Oft wird der Wein aus unterschiedlichen Rebsorten verschiedener Jahrgänge produziert: Die Grundlage bilden die weißen Chardonnay- und die roten Pinot-Noir-Trauben. Seltener ist der Blanc de Blancs, der allein aus Chardonnay-Trauben gewonnen wird, oder auch der Blanc de Noirs, der aus den beiden dunklen Rebsorten, Pinot Noir und Pinot Meunier, hergestellt wird. Der Zuckeranteil bestimmt den Geschmack: Der Herbheitsgrad des Champagners wird in Brut nature (naturherb), Brut (herb), Extra-Brut (extra herb), Sec (trocken), Extra Dry (extra trocken), Demi-Sec (halbtrocken) oder Doux (mild) klassifiziert.

Der Ausspruch “die Korken knallen lassen” sollte rein metaphorisch verstanden werden. Denn Champagner wird so leise wie möglich geöffnet. Die Folie wird bis etwa einen Zentimeter unter dem Flaschenhals abgeschnitten, der Drahtkorb wird entfernt. Eine Hand geht jetzt an die Flasche (für den besseren Halt dürfen Sie hier eine Serviette verwenden) die andere Hand greift den Korken. Drehen Sie jetzt die Flasche langsam und vorsichtig in eine Richtung bis sich der Korken mit einem sanften „Flopp” löst. Wichtig: die Flasche drehen, nicht den Korken.

Die ideale Temperatur liegt zwischen sechs und neun Grad. Als Gläser eigenen sich am besten schlanke, spitze Kelche – Champagnergläser eben. Sektschalen sehen zwar schick aus, allerdings entweichen die Bläschen zu schnell. Fettige Gläser haben den gleichen Effekt, das Fett lässt die Bläschen platzen und der Champagner schmeckt schal und abgestanden. Und ganz wichtig: Eis hat im Champagnerglas nichts zu suchen!

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