Archiv für die Kategorie „Weinproben“

PostHeaderIcon Sangiovese Rosso di Rossi Romignano – 2007 IGT

Der im Folgenden besprochene Wein ist eine Entdeckung der letzten Toskana-Reise. Das Weingut von Riccardo Rossi liegt in der Nähe von Arezzo und ist gar nicht so leicht zu finden. Auf der Straße in Richtung San Giustino Terranuova weist noch ein Schild den Weg in Richtung „Agriturismo Villa Romignano“. Dann endet die Beschilderung aber und es geht über Feld- und Schotterwege ins Gelände. Irgendwann erscheint, prächtig auf einem Hügel gelegen, auf einer Höhe von 280 m, tatsächlich ein Haus – die Villa Romignano. Das Weingut um die Villa Romignano beläuft sich auf ca. 30 Hektar. Auf tonhaltigen, mit Sand durchsetzten Weinbergböden in Südlage wachsen hier die Trauben für die Weine von Riccardo Rossi.
Das prachtvolle Herrenhaus und eine ehemalige Scheune wurden im Jahr 2003 sorgfältig restauriert und zu zwei Ferienhäusern umgestaltet. Auf dem Areal gibt es zwei weitere Häuser: im einen wohnt die Besitzerfamilie Rossi, im anderen wohnen Angestellte des Landguts. In einem weiteren, eigens hergerichteten Gebäude werden auf Wunsch Weinproben und Abendessen mit traditioneller toskanischer Küche angeboten.


Als wir die die 500m lange Schotterauffahrt zu Fuß gemeistert hatten, läuft uns zufällig der Besitzer des Weingutes – Riccardo Rossi – über den Weg. Es ist Mittwoch-Nachmittag und Herr Rossi befindet sich gerade mitten bei der Arbeit und ist auf dem Weg in seinen Weinkeller. Trotzdem lässt er sich nicht lange bitten, und bietet uns auf Nachfrage an, dass wir einige Weine verkosten können. Authentischer kann ich mir eine Weinverkostung direkt beim Erzeuger in der Toskana nicht vorstellen: der Weingutsbesitzer steht in Gummistiefeln und voller Arbeitsmontur mit uns im dafür hergerichteten Verkostungsraum und stellt uns seine Weine vor. Außerdem ist Riccardo Rossi die Freundlichkeit in Person. Die Leidenschaft mit der er von seinen Weinen und seinem Weingut erzählt ist beeindruckend. Man spürt, dass unser Gesprächspartner mit Herz und Seele Weinerzeuger ist!
Zum Wein. Der Romignano Rosso di Rossi IGT ist ein Chianti IGT der rein ökologisch hauptsächlich aus Sangiovese gekeltert wird. Es handelt sich also um einen Biowein. IGT steht für Indicazione Geografica Tipica. Unter dieser Bezeichnung findet sich in Italien ein breites Spektrum von belanglosen Weinen bis hin zu höchstwertigen Weinen, denen eine DOC oder DOCG-Klassifizierung zum Beispiel deshalb verwehrt bleibt, weil sie aus anderen als den hierfür vorgeschriebenen Trauben gekeltert sind. Im Fall des Romignano Rosso di Rossi ist es so, dass der Weinberg aus dem die Trauben stammen schlicht und ergreifend nicht einem DOC-Gebiet zugeordnet ist obwohl er vielleicht bessere Trauben liefert, als der nebenan liegende Weinberg, der als DOC-Gebiet deklariert ist. Und genau das ist der Fall. In einer angrenzenden Fläche erntet Riccardo Rossi die Trauben für einen Chianti geringerer Qualität aber mit der Deklarierung DOCG.
Beim Rosso di Rossi sieht man schon im Glas, dass es sich um einen tollen Wein handelt. Die Farbe: Tiefes rubinrot. Schöne Schlieren zieht dieser Rotwein beim Schwenken im Glas. Der Duft: Aromen wie Kirschlikör, dunkle Beeren, Blaubeeren und ein Hauch Vanille. Der Geschmack: Angenehme und zurückhaltende Tannine. Ausgewogen. 13,5% Alkohol machen sich bemerkbar. Man kann die kerngesunden Trauben aus Weinbergen mit geringem Ertrag förmlich schmecken. Ein dichter körperreicher Wein. Die 12 Monate, die der Romignano Rosso di Rossi im Barrique ausgebaut wurde, nimmt man durch dezenten Holzgeschmack wahr.
Fazit: Ein sehr schöner Wein und eine absolute Empfehlung für Freunde des anspruchsvollen Chiantis. Schade nur, dass dieser Wein in Deutschland nicht erhältlich ist. Herr Rossi hat uns erzählt, bisher interessieren sich die deutschen Weingroßhändler nur für seinen Einstiegs-Chianti. Der ist eben günstiger – trotz DOCG-Auszeichnung – kommt aber an den Romignano Rosso di Rossi nicht heran. Kein Problem für mich: ich habe ein paar Flaschen aus der Toskana mitgebracht. Die schlummern im Keller und warten darauf, geöffnet zu werden. Bleibt nur zu hoffen, dass der Vorrat bis zum nächsten Toskana-Ausflug ausreicht.

PostHeaderIcon Wein zur Grillparty: Le Tapie

Sommerzeit ist Grillpartyzeit. Zwanzig Gäste sind geladen, ganz rustikal die Biertische aufgebaut, den Grill platziert, das Fleisch und die Grillwürste eingekauft. Da fehlt nur noch der passende Wein. Bei der Anzahl an Gästen muss es ja nicht unbedingt ein Bordeaux für 30 Euro sein. Passt auch nicht zur Grillparty finde ich. Also ab ins Weindepot meines Vertrauens und die Frage gestellt: „Welchen einfachen Weißwein würden Sie mir zur Grillparty empfehlen?“. Die Antwort kam ziemlich spontan und überzeugend: den Le Tapie Blanc! Na gut, denke ich mir, eine Verkostung schadet nicht, Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Das Ergebnis der Verkostung: ein klares „Ja, den nehme ich!“. Wirklich überzeugend. Vor allem auch der Preis. Genau das richtige für das große Grillen!

Der Le Tapie Blanc kommt aus dem Südwesten Frankreichs vom Winzerverein Plaimont. Es handelt sich um einen einfachen Landwein der aus den Rebsorten Colombard und Ugni Blanc gekeltert wird. Für Weißweine wurde Colombard vor allem im Bordelais genutzt, zum Beispiel an den Côtes de Blaye und im Entre-deux-Mers, wo man diese Rebsorte aber immer nur als zweitrangig einstufte. Auch in anderen Ländern wurde Colombard als minderwertige Traube betrachtet – zum Beispiel in Kalifornien wurde Colombard deshalb geschätzt, weil die Erträge an säuerlichen Trauben umfangreich waren und gut mit anderen Sorten, zu in der Regel günstigen Weißweinen, verschnitten werden konnten. Umso erstaunlicher was Plaimont mit dem Le Tapie geschafft hat. Durch die Reduktion der Erträge wurden Trauben mit hohem Aromenpotenzial geschaffen. Aber auch bei der Vinifikation hat Plaimont neue Wege beschritten und damit einen frischen und fruchtbetonten Weißwein erzeugt.

Zum Wein: Die Farbe: Helles Strohgelb. Der Duft: Sofort steigen einem Zitrusnoten in die Nase. Frisch und fruchtig. Der Geschmack: Auch hier klare und erfrischende Zitrone. Exotische Früchte sind noch erkennbar. Die Frucht ist sehr intensiv. Bereits der erste Schluck begeistert . Eine deutliche Säure ist erkennbar – noch angenehm aber grenzwertig dominant. Speiseempfehlung: Eine klare Empfehlung zu leichtem Essen oder alternativ als Begleiter zur Grillparty an warmen Sommerabenden.

Fazit: Der optimale Wein zur Grillparty. Kein edler Tropfen aber ein frischer und sehr fruchtiger Weißwein der kalt getrunken werden sollte. Der Le Tapie wird nicht unbedingt besser wenn er warm wird – aber wer möchte bei warmer Lufttemperatur auch warmen Weißwein zur Grillparty trinken? Und: zum Preis von ca. 5 Euro eine absolute Empfehlung! Zusammenfassend: ein einfacher, günstiger, erfrischender und sehr fruchtiger Weißwein für den Sommer – einfach ideal als Begleiter zur Grillparty. Ich sage: Daumen hoch!

PostHeaderIcon Mein Sommelier

Der Geheimtipp für Weinliebhaber – Experten stellen monatlich exklusive Weine vor: Top Preise und beste Beratung

Guter Wein hat Charakter. Er erzählt eine Geschichte von Natur und Umwelt, von Menschen und von Leidenschaft. Das Keltern ist die Kunst, die persönliche Note eines jeden Weines das unverwechselbare Erlebnis. Diese Vielfalt hat die Menschen seit jeher fasziniert.

Wein ist eines der ältesten Kulturgüter der Menschheitsgeschichte. Die Kunst der Herstellung ist über Jahrtausende fortentwickelt worden, öffentliche Weinproben und private Verkostungen sind Orte der Begegnung und Anlass für Kommunikation. Nicht umsonst ist das Interesse an Weinseminaren in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Die Menschen wollen mehr erfahren über das, was sie trinken, entwickeln ein Bewusstsein für das Besondere und entdecken den Spaß am gemeinsamen Genießen.

Mein-Sommelier hat eine Plattform des Erlebens geschaffen, die Weininteressierten und Kennern ganz neue Möglichkeiten bietet. Jeden Monat stellt ein erfahrener Sommelier ein ganz besonderes Weingut vor – stets einen Geheimtipp, dessen Erzeugnisse bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht in Deutschland gehandelt wurden. Er besucht die Winzer und schnürt gemeinsam mit ihnen exklusive Weinpakete, die es in dieser Form nirgendwo sonst zu kaufen gibt.


Neben dem günstigen Ab-Hof-Preis profitieren die Genießer vor allem von dem Wissen und der individuellen Geschichte, die der Sommelier zu seiner Empfehlung serviert. Der Experte kennt das Weingut, den Winzer und die Historie der Betriebe, die oft seit Generationen höchsten Genuss garantieren. Dieses Weinwissen gibt er weiter – mit jeder Flasche.

Damit verbindet Mein-Sommelier die erstklassige Beratung des Fachhandels mit den günstigen Preisen eines Online-Shops.

Auf www.mein-sommelier.de  treffen sich Weinliebhaber aus der ganzen Welt, um Neues zu entdecken. Sie entscheiden sich für den Wein des Monats und gehen auf eine Reise zu ihrem ganz persönlichen Geschmack. Dazu finden sie Wissenswertes zu den jeweiligen Produkten und erfahren, wie sie den Wein zu einem kulinarischen Erlebnis kombinieren können – Essen und Trinken vereint.

Die Geselligkeit und das Miteinander sind seit jeher mit Wein verbunden. Deshalb treffen sich die Freunde von Mein Sommelier, um sich über die neuesten Geschmackserlebnisse auszutauschen – in der Mein-Sommelier Facebook-Gruppe und im echten Leben.

PostHeaderIcon Chardonnay Grange Philippe

Sommerzeit ist Weißweinzeit. Endlich scheint die Sonne, die Abende laden ein, um im Garten zu sitzen und ein Glas Weißwein zu trinken. Zeit also mal wieder einen Chardonnay zu verkosten. Und zwar aus Frankreich. Heute soll es der Chardonnay Grange Philippe – Jahrgang 2008 – aus Südfrankreich sein. Es handelt sich dabei um einen Vin de Pays D’Oc. Vin de Pays dürfen nur aus zugelassenen Rebsorten produziert und nicht mit Weinen aus anderen Gebieten verschnitten werden. Es handelt sich bei Vin de Pays D’Oc um französische Land- oder Tafelweine an die sich eine geschützte Herkunftsregion anschließt. Das bedeutet, dass sich unterschiedliche Arten von Vin de Pays nach der geographischen Lage unterscheiden. Vin de Pays D’Oc bezieht sich auf das an das Mittelmeer angrenzende Südfrankreich und das Gebiet westlich der Rhone im südlichsten Abschnitt.
Zum Wein: Der Grange Philippe Chardonnay erfährt eine kurze Maischegärung mit anschließender Stabilisierung über 24 Stunden bei 8 Grad. Anschließend folgt die langsame Gärung bei niedriger Temperatur über einen Zeitraum von ca. 3 Wochen. Der Wein wird danach im Stahltank auf der Feinhefe ausgebaut. Holz ist nicht im Spiel. Es handelt sich bei diesem Chardonnay schließlich um einen eher einfachen Landwein.
Die Farbe: Helles strohgelb. Der Duft: Pure und reine Chardonnayfrucht. Der Geschmack: Eine feine Butternote ist erkennbar, mit Anklängen von frischer Ananas, Birnen und Feigen. Am Gaumen zeigt er sich frisch und mit leichter anregender Säure.
Fazit: Der Chardonnay Grange Philippe ist ein einfacher Wein. Als Aperitiv oder als gepflegtes Glas Sommerwein durchaus möglich. Kein wirklich großer Weißwein – eher ein sehr einfacher Chardonnay Vin de Pays D’Oc. Ich habe schon Chardonnays der gleichen Preisklasse (ca 8 Euro) verkostet, die ich ganz klar vorziehen würde.

PostHeaderIcon Weinprobe: Cabernet Sauvignon Los Vascos 2007

Zeit für eine Weinverkostung! Weißwein oder Rotwein? Draußen scheint die Sonne, der Frühling kommt endlich – aber unaufhaltsam. So langsam wird es Zeit den Schwerpunkt der Weinproben in Richtung Weißwein zu verlagern. Aber heute soll es noch mal ein Rotwein sein. Wie wäre es mit einem Cabernet Sauvignon aus der neuen Welt? Gute Idee. Ein Cabernet Sauvignon von Los Vascos aus Chile. Jahrgang 2007.

Das klassische Erzeugnis von Los Vascos und die Rebsorte, die das Weingut bekannt gemacht hat, ist der Cabernet Sauvignon. Die Cabernet Sauvignon-Reben wachsen unter idealen klimatischen Bedingungen im Colchagua Valley, der Heimat der zur Zeit interessantesten Rotweine Chiles. Es liegt 130 Kilometer südwestlich von Santiago. Das mediterrane Mesoklima mit kühlen Pazifikwinden schafft eine lange Reifeperiode für die Trauben. Der nicht zu schwere, kalkige Lehmboden ist ideal für den Anbau von so anspruchsvollen Weinsorten wie Cabernet Sauvignon.
Das Weingut Los Vascos gibt es unter französischer Führung seit 20 Jahren. Baron Eric de Rothschild kaufte damals eine der ältesten Weindomänen Chiles. Die aus dem Baskenland eingewanderte Familie Echenique pflanzte etwa 1750 die ersten Weinreben im Colchagua-Tal. Nachdem viele französische Standards eingeführt worden waren, exportierte man bereits 1877 Wein nach Europa. 1988 übernahm die Domaines Barons de Rothschild (Lafite) das Weingut. Vor diesem Engagement hatten sich die neuen Besitzer in ganz Chile umgesehen und aufgrund der Lage, des Klimas und der Expertise der regionalen Weine sich schließlich für Los Vascos entschieden. Nach dem Erwerb wurde kräftig investiert, dafür verantwortlich war zwischen 1983 und 1994 Gilbert Rokvam, der technische Direktor des Château Lafite Rothschild. Nach der Neuausrichting, die allerlei Änderungen mit sich brachte umfasst das Gut etwa 580 ha. Die Erzeugung von absoluten Spitzenweinen wird vom neuen Management streng überwacht. Inzwischen haben auch die neuen Rebstöcke ein sehr gutes Alter erreicht und Los Vascos ist einer der führenden Erzeuger in Chile.

Zum Wein: Dieser Los Vascos Rotwein wurde aus 100% Cabernet Sauvignon gekeltert.
Die Farbe: Schönes dunkles rubinrot. Der Duft: Saftige Kischen, reife Brombeeren und Schokolade. Vielleicht noch Kräuter. Der Geschmack: Weich und ausgewogen, deutliche Tannine. Etwas Luft tut ihm gut. Ein paar Jahre Lagerung schaden sicher auch nicht. Speiseempfehlung: Passt zu Wild, gebratenem Fleisch. Oder eignet sich – für Fans von schweren Weinen – auch einfach als perfekter Begleiter für einen gemütlichen Abend mit Buch oder vor dem Fernseher.

Fazit: Ein guter, konzentrierter Neue-Welt-Wein mit intensiven Aromen und deutlichen Tanninen. Im Preissegment um ca. 10.-€ ist er gut angesiedelt. Ich werde die restlichen Flaschen die ich von diesem Wein habe noch ein bis zwei Jahre liegen lassen und bin überzeugt, dass der Wein dann noch besser ist. Insgesamt auf jeden Fall eine Empfehlung – idealerweise noch etwas im Keller liegen lassen.

PostHeaderIcon Weinprobe: Le Bocce Il Paladino Rosso Toscano 2005, IGT

Einen, wie ich finde, besonderen Rotwein möchte ich heute vorstellen. Den Le Bocce Il Paladino Rosso Toscano. Die Weine aus der Le Bocce Familie – es gibt den Le Bocce Chianti Classico, den Le Bocce Chianti Classico Riserva und den Le Bocce Il Paladino Rosso, kommen aus Italien, genauer gesagt aus der Toskana. Der Il Paladino Rosso ist für mich der Star bei Le Bocce. Und speziell der 2005er ist sehr gut gelungen. Im Gegensatz zu seinen o.g. Chianti-Brüdern, die mit dem Gütesiegel DOCG – Denominazione di Origine Controllata e Garantita, versehen sind, handelt es sich beim Il Paladino um einen Wein mit dem Qualitätssiegel IGT. IGT steht für Indicazione Geografica Tipica und ist in Italien die Bezeichnung für einen Wein, der aus einem bestimmten Anbaubaugebiet stammt. Zugelassen sind nur bestimmte Rebsorten, der Hektarertrag ist begrenzt, ein Mindestalkoholgehalt vorgeschrieben. Die Qualitätsbezeichung wurde nach dem Vorbild des französischen Qualitätsstandards Vin de pays eingeführt. Wenn man ein Ranking der italienischen Gütesiegel aufstellen würde, rangiert die Klassifizierung IGT hinter den DOCG-Weinen, d.h. die Kriterien die es für DOCG-Weine zu erfüllen gilt, sind umfangreicher als bei IGT-Weinen. Allerdings lässt sich das so pauschal nicht wirklich beschreiben. Ich glaube, ich widme mich diesem Thema ausführlich in einem späteren Post.

Bevor ich näher auf den Wein und die Weinprobe eingehe, wie immer erst mal ein paar Worte zum Weingut. Das Weingut bzw. die Fattoria Le Bocce werden von der Familie Farina betrieben. Le Bocce liegt traumhaft und malerisch eingebettet in die toskanische Landschaft, südöstlich von Florenz, ganz in der Nähe des Dorfes Panzano, das für seine Weine und Weingüter bekannt ist. Im Sommer ist Panzano für Weinfreunde durchaus eine Reise wert – Bars, Restaurants und Enotheken säumen den kleinen Marktplatz und laden zum Verweilen ein. Panzano besitzt eine lange Weinbautradition. Namen wie Fontodi, Rampolla und La Massa sind hier beheimatet. Das Gut Le Bocce liegt in Alto Chianti in Panzano, dem letzten florentinischen Landstrich der Provinz Siena, und erstreckt sich über 70 Hektar. Ein erheblicher Teil der Fläche dient dem Weinanbau; auf dem restlichen Land werden unter anderem Oliven angebaut. Die klimatischen und geologischen Voraussetzungen für den Anbau der klassischen Chianti-Sorten sind hier optimal. Der Großteil der Hänge ist nach Südwesten ausgerichtet, die Böden sind sandig, teilweise steinig. Die Weine der Fattoria Le Bocce zählen zwar noch nicht zu den ganz großen Gewächsen des Chianti Classico, sie sind aber auf dem besten Weg.

Zum Wein: Der Le Bocce Il Paladino Rosso Toscano wird ausschliesslich aus der Rebsorte Sangiovese gekeltert. 18 Monate verbringt der Wein in Barriques.

Die Farbe: Karmin- bis ziegelrot mit hellbraunem Rand. Der Duft: Sehr schön gereifte Sangiovese-Frucht. Kischen, Kräuter, Holz, leicht rauchig – das Barrique macht sich angenehm bemerkbar. Der Geschmack: Weich und harmonisch. Würzig.  Fazit: Super Wein im Preissegment um ca. 12 Euro – klare Empfehlung! Wer auf italienische Weine mit rauchiger Note steht, liegt hier genau richtig. Viel Spaß!

PostHeaderIcon Weinprobe: Markus Schneider – Black Print – 2007

Ein guter deutscher Rotwein zu erschwinglichem Preis gibt es nicht? Aber sicher gibt es das. Was liegt beim Stichwort guter deutscher Rotwein näher als mal wieder einen Markus Schneider zu öffnen. Ich hab mich heute für den Black Print entschieden.

Aber erst einmal zum Weingut und zur Person Markus Schneider. Ich glaube derzeit gibt es keinen Winzer der mehr von sich reden macht als Markus Schneider. Mit dem Kauf eines alten Weinguts durch seinen Vater beginnt die Erfolgsgeschichte in der Pfalz. Heute erstreckt sich das Weingut Markus Schneider schon über mehr als 25 Hektar die zu ca. 50% mit weissen Trauben und 50% mit roten Trauben bepflanzt sind. Die Weinberge, erstrecken sich in der Rheinebene rund um Ellerstadt in der Pfalz. Die unterschiedlichen Witterungseinflüsse kennzeichnen die verschiedenen Weine. Unterstützt von der Vielfalt der Böden ergeben sich höchst eigenständige charaktervolle Weine mit eindeutigem Ursprungsprofil. Die Lese führt Schneider streng selektiv von Hand durch. Nur hochreifes, gesundes Lesegut findet seinen Weg in den Keller. Einige Weißweine werden teilweise im Barrique ausgebaut. Die Rotweine werden vollständig in Holz ausgebaut.

Markus Schneider hat es geschafft innerhalb kurzer Zeit ein anspruchsvolles Weingut aufzubauen und Weine höchster Qualität zu erzeugen. 1994 bringt der junge Winzer den ersten eigenen Wein auf den Markt. Erste Erfolge feierte er bereits Ende der neunziger Jahre. Presse und Weinkritiker wurden erstmals 2002 auf den Schneider Wein aufmerksam: Das Magazin Feinschmecker hat Markus Schneider 2002 als besten Newcomer gefeiert und der internationale Durchbruch gelang ihm mit dem Titel “Entdeckung des Jahres 2006” im Gault Millau. Auch Stuart Pigott honoriert in seinem „kleinen genialen Weinführer 2006“ Markus Schneiders Rotweine: “Markus Schneider hat die beste deutsche Antwort auf die Übersee-Rotwein-Welle gefunden, die in den letzten Jahren über die Bundesrepublik geschwappt ist: Weine mit viel Saft und Kraft, die aber kein aufgesetztes Lächeln einstudiert haben.”  

In den letzten Jahren hat Markus Schneider mit seinem Wein immer wieder für Aufsehen gesorgt. Einerseits mit bemerkenswerten Qualitäten und darüber hinaus auch mit innovativen und modernen Vermarktungsideen. Dabei hat Schneider es immer gut verstanden, die exzellente Qualität und den Charakter seiner Weine auch optisch zu kommunizieren. Schneider-Weine sind schon vor dem ersten Schluck ein Erlebnis mit ihren modern minimalistisch gestalteten Etiketten und kreativen Namen wie „Einzelstück“, „Ursprung“, „Tohuwabohu“ oder „Black Print“. Ihr schnörkellos modernes Design wiederholt sich auch in dem ebenso kantigen Kellereigebäude auf Schneiders Weingut und auf seiner Website. Zusammen ergeben diese Elemente ein Gesamtkunstwerk, das in der jungen Weinszene als Benchmark gilt: Wine, Pop & modern Lifestyle. Markus Schneider trifft das Lebensgefühl „modern Lifestyle“ und ist meines Erachtens der Popstar unter den Winzern in Deutschland. Für die deutsche Weinszene ist er auf jeden Fall eine Bereicherung.

Kommen wir zum Wein. Black Print. Was verbirgt sich dahinter? Es handelt sich um eine Cuvee der Rebsorten St. Laurent, Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah. Und der Name ist Programm. Beim eingießen ins Glas fällt sofort auf weshalb und wie treffend Markus Schneider den Namen dieses Weines – Black Print – gewählt hat: wegen der Farbe. Der Wein im Glas schimmert tiefschwarz, leichte violette Reflexe. Die Bezeichnung Black Print könnte nicht passender gewählt sein. Das Aromenspektrum: fruchtige Kirschen und Waldbeeren, Kakao- und Marzipannoten mit einem würzig, leicht rauchigen Touch. Der Geschmack: am Gaumen schöne Tannine, würzige Aromen von Curry bis Chilli reichend. Stachelbeeren und Johannisbeermousse. Man schmeckt deutlich die Reifung in Barriquefässern. Trocken. Sehr körperreich.  

Fazit: Da erzähle man mir doch noch einmal deutscher Rotwein schmecke fad und sei unspektakulär. Auch mit dem Black Print Jahrgang 2007 hat es Markus Schneider mal wieder geschafft einen jungen, sofort trinkbaren Rotwein in die Flasche zu bringen. Stimmen Preis (ca. 15 Euro) und Leistung? Absolut! Jung trinken oder liegenlassen? Funktioniert beides. Zwei Stunden dekantieren und der Black Print zeigt sich bereits sehr zugänglich. Wenn Sie Ihm noch ein bis zwei Jahre im Keller gönnen, wird er vielleicht noch etwas zulegen können. Problemlos kann er aber auch noch länger lagern. Zusammenfassend: Daumen ganz klar nach oben.

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