Archiv für die Kategorie „Lifestyle“
Für seine Gäste nur das Beste, dachte sich Fürst Albert von Monaco bei seiner Hochzeit in dem kleinen Fürstentum an der Cote d’Azur, auf die vor wenigen Tagen ganz Europa geblickt hat. Doch das Beste kommt für den Fürsten offenbar nicht immer aus dem eigenen Land: Wein hat er nämlich offenbar aus Lanzarote und auch aus Südafrika, dem Heimatland seiner Angetrauten, liefern lassen.
Dabei hat die Region Monaco auch sehr gute Weine zu bieten – und die kann man in einem der vielen kleinen und größeren Weinläden des Fürstentums probieren. Ein ganz besonderes Erlebnis ist wohl der Besuch bei „Vira – All i Wine“. Hier handelt man nicht nur mit seltenen und wertvollen Weinen, die vor Ort auch verköstigt werden können, sondern hat sich auch auf das Entwerfen und den Bau individueller Weinkeller spezialisiert. Dabei werden nicht nur verschiedene Holzsorten, sondern auch Hightech-Materialien verarbeitet. Alles, um dem Wein ein optimales Klima zu bieten. Das Video, auf der Webseite des Ladens gibt einen ersten Einblick in das Können des monegassischen Weinladens.
Eine Weintour durch Monaco
Einmal in einem großen Casino spielen, das gehört in Monaco – genauer gesagt im Stadtteil Monte Carlo – einfach dazu. Kein Urlaub in dem Fürstentum ist vollständig, in dem man das berühmte Casino nicht zumindest von außen besichtigt hat. Wer aber für Black Jack & Co. nicht allzu viel übrig hat und sich lieber mit kulinarischen Köstlichkeiten beschäftigt, der kann sich zum Beispiel eine Weintour durch Monaco vornehmen. Folgende Stationen gehören unbedingt dazu (eine Auswahl):
Vira – All in Wine:
Dort widmet man sich nicht nur seltenen Weinen, sondern auch deren optimaler Lagerung.
Adresse: 33 Rue du Portier, Monaco 98000
The Connexion Wine Shop
Ein Weinladen der englischsprachigen Gemeinschaft in Frankreich, der einen sehr schönen und gut bestückten Online-Shop hat.
Adresse: 38 Rue Grimaldi, Monaco 98000
Temple Wine Monaco
Hier handelt man mit und verkauft seltene Weine aus verschiedenen Regionen Frankreichs und beantwortet gerne Fragen zum Sortiment.
Adresse: 31 Boulevard du Larvotto, 98000 Monaco
Monte Carlo Wines
Ob Wein, Champagner, Hochprozentiges oder Kaviar – hier wird Firmen- und Privatkunden nur das Beste geboten. 14 Quai Antoine 1er , 98000 Monaco
Wie bereits angekündigt, wollen wir noch die ein oder andere Entdeckung der letzten Toskanareise hier besprechen. In dieser Reihe darf natürlich nicht der Besuch des Weingutes Barone Ricasoli fehlen.
Die berühmte Adelsfamilie in der Toskana betreibt schon seit über 700 Jahren Weinbau und zählt damit zu den ältesten Weingütern der Welt.
Baron Bettino Ricasoli (1809-1180) erbte um 1830 das vernachlässigte Familiengut Castello di Brolio im Herzen des Chianti Classico und begann in großem Stil, den Weinbau zu reformieren. Er besuchte Frankreich und Deutschland, studierte dort intensiv den Weinbau und importierte zahlreiche Rebsorten in die Toskana. Baron Bettino Ricasoli – so erzählt man – war es auch, der 1872 das „Rezept“ für die Rebsortenzusammenstellung des klassischen Chianti entwickelt hat, das fast 100 Jahre später auch als Grundlage für die Definition der DOC- Bestimmungen diente. Das moderne Chianti-Rezept hat sich seitdem aber entscheidend geändert. In den 60er-Jahren war Ricasoli einige Jahre in Händen des internationalen Konzerns Seagram, was zwar zu einer exorbitanten Ausweitung der Produktion führte, sich aber kontraproduktiv auf Qualität und Image ausgewirkt hat. 1990 wurde Ricasoli vom australischen Unternehmen Hardy gekauft. Nach einigen bewegten Jahren hat Barone Francesco Ricasoli mit Beteiligung von Freunden den alten Familienbesitz zurückgekauft. Seit 1993 ist die berühmte Weinkellerei aus Gaiole also endlich wieder im Besitz der Familie Ricasoli selbst. In 32. Generation zeichnet Barone Francesco Ricasoli für die Geschicke des Hauses verantwortlich. Mit welchem Erfolg er dies tut, zeigen die Auszeichnungen, die Barone Ricasoli seither regelmäßig einfährt.

Von rund 1.200 Hektar Landbesitz der Ricasolis, die fast komplett in der Gemeinde Gaiole liegen, sind 230 Hektar Weinberge. Auf mehr als 150 Hektar wird Sangiovese angebaut. Der Rest ist mit Cabernet Sauvignon, Canaiolo Nero, Chardonnay, Malvasia del Chianti und Merlot kultiviert. Einer der Hauptweine ist der Barone Ricasoli Brolio Chianti Classico DOCG um den es gleich auch gehen soll.
Vorab noch ein Wort zum Castello selbst. Das Castello ist durchaus einen Besuch Wert, auch wenn es inzwischen kein Geheimtipp mehr ist. Das Castello Brolio und seine Mitarbeiter sind gut vorbereitet auf Gäste, ein großer Showroom lädt zum verkosten ein und natürlich können sämtliche Produkte vor Ort auch gekauft werden. Nicht nur Wein, auch Olivenöl wird in erstklassiger Qualität von Ricasoli hergestellt und kann hier verkostet werden. Genauso wie sämtliche Weine und Grappas die Ricasoli im Sortiment hat. Ein Ausflug zum Castello di Brolio lohnt sich schon wegen der schönen Umgebung und dem 250 Hektar großen Schlossgarten, der zu Spaziergängen einlädt. Wer also im Chianti unterwegs und mobil ist, dem sei der Besuch des Castellos durchaus empfohlen.
Nun also zum Wein, dem Brolio Chianti Classico 2008 DOCG von Barone Ricasoli. Dieser Wein wird gekeltert aus 90% Sangiovese, 10% Merlot & Canaiolo und reift 9 Monate im Holzfass.
Farbe:
Dunkle, rubinrote, funkelnde Farbe.
Bouquet:
Der 2008er Brolio Chianti Classico DOCG besticht durch Düfte von Veilchen und roten Früchten und Lakritz.
Geschmack:
Saftig, reichhaltig und sehr elegant, fruchtige Aromenfülle mit würzigen und Röstnoten des Holzes. Weiche Tannine. Grandioses Finale.
Speiseempfehlung
Rindfleisch – kurz gebraten, z.B. Rumpsteak, Filetsteak. Kalbfleisch – kurz gebraten, z.B. Kalbsrückensteak oder Kalbsfilet. Lamm – gebraten, z.B. Lammrücken, Lammcarree oder Lammfilet.
Fazit:
Ein Klassiker unter den Chiantis von einem der bekanntesten, besten und ältesten Chiantiproduzenten in Italien. Der Wein hat das Potenzial weitere 5-8 Jahre in der Flasche zu verbringen oder darf bereits in jungen Jahren ins Glas kommen.
Die Köche planen bereits, die Sommeliers verkosten fleißig und die Gäste sind voll gespannter Erwartung. Die vierte Auflage des Rioja Gourmet Cups steht in den Startlöchern. Vom 2. bis 18. Oktober stellen sich 33 Restaurants in acht deutschen Regionen dem Wettkampf am Herd. Ihre Aufgabe: ein harmonisches Rioja-Menü zubereiten. Ihre Kritiker: die Gäste. Auch die Münchner Restaurants Cube, Unico und Kleinschmidtz nehmen teil.

Bereits zum vierten Mal hat das Informationsbüro Rioja in diesem Jahr den Rioja Gourmet Cup ausgerufen. Und Restaurants aus acht deutschen Regionen – aus München, Hannover, Frankfurt, Leipzig, Berlin, Hamburg, dem Rheinland und dem Ruhrgebiet – sind dem Ruf gefolgt. In München gehen das Cube, das von Anfang an beim Wettbewerb dabei war und schon zwei Mal mit dem Sommelier Markus Mensch den Regionalsieg holte, und die Neulinge Unico und Kleinschmidtz an den Start. Sie stellen sich der Aufgabe, ein harmonisches Menü aus erlesenen Speisen und riojanischen Qualitätsweinen zu kochen.

Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt: von regionalen Köstlichkeiten bis hin zu spanischen Tapas, von gutbürgerlichen Gerichten bis hin zur luxuriösen Sterneküche. Erlaubt ist, was gefällt und schmeckt. Ob es schmeckt, entscheiden beim Rioja Gourmet Cup allein die Gäste, die im Aktionszeitraum Restaurantkritikern gleich das angebotene Rioja-Menü bewerten. Dabei vergeben sie Punkte für Schmackhaftigkeit und Kreativität der Speisen, Weinauswahl und Harmonie zwischen Speisen und Weinen. Am Ende entscheiden also allein sie darüber, welches Restaurant den Regionalsieg beziehungsweise den deutschlandweiten Sieg für sich verbuchen kann.
Die Gäste gehen natürlich nicht leer aus. Immerhin sind sie ja die Schiedsrichter beim Rioja Gourmet Cup. Deshalb verlost das Informationsbüro Rioja unter allen Gästen, die eine Bewertung abgegeben haben, drei hochwertige Weinkühlschränke. Außerdem gibt es in jeder Region je drei Weinpakete und zwei Restaurantgutscheine im Wert von 200 Euro zu gewinnen. Die Gewinner dürfen selbst entscheiden, in welchem Restaurant sie den Gutschein einlösen möchten.
Bis zum Start des Wettbewerbs sind es nur noch wenige Wochen. Darum heißt es für die teilnehmenden Restaurants schon jetzt: An die Töpfe, fertig, los!
Der im Folgenden besprochene Wein ist eine Entdeckung der letzten Toskana-Reise. Das Weingut von Riccardo Rossi liegt in der Nähe von Arezzo und ist gar nicht so leicht zu finden. Auf der Straße in Richtung San Giustino Terranuova weist noch ein Schild den Weg in Richtung „Agriturismo Villa Romignano“. Dann endet die Beschilderung aber und es geht über Feld- und Schotterwege ins Gelände. Irgendwann erscheint, prächtig auf einem Hügel gelegen, auf einer Höhe von 280 m, tatsächlich ein Haus – die Villa Romignano. Das Weingut um die Villa Romignano beläuft sich auf ca. 30 Hektar. Auf tonhaltigen, mit Sand durchsetzten Weinbergböden in Südlage wachsen hier die Trauben für die Weine von Riccardo Rossi.
Das prachtvolle Herrenhaus und eine ehemalige Scheune wurden im Jahr 2003 sorgfältig restauriert und zu zwei Ferienhäusern umgestaltet. Auf dem Areal gibt es zwei weitere Häuser: im einen wohnt die Besitzerfamilie Rossi, im anderen wohnen Angestellte des Landguts. In einem weiteren, eigens hergerichteten Gebäude werden auf Wunsch Weinproben und Abendessen mit traditioneller toskanischer Küche angeboten.
Als wir die die 500m lange Schotterauffahrt zu Fuß gemeistert hatten, läuft uns zufällig der Besitzer des Weingutes – Riccardo Rossi – über den Weg. Es ist Mittwoch-Nachmittag und Herr Rossi befindet sich gerade mitten bei der Arbeit und ist auf dem Weg in seinen Weinkeller. Trotzdem lässt er sich nicht lange bitten, und bietet uns auf Nachfrage an, dass wir einige Weine verkosten können. Authentischer kann ich mir eine Weinverkostung direkt beim Erzeuger in der Toskana nicht vorstellen: der Weingutsbesitzer steht in Gummistiefeln und voller Arbeitsmontur mit uns im dafür hergerichteten Verkostungsraum und stellt uns seine Weine vor. Außerdem ist Riccardo Rossi die Freundlichkeit in Person. Die Leidenschaft mit der er von seinen Weinen und seinem Weingut erzählt ist beeindruckend. Man spürt, dass unser Gesprächspartner mit Herz und Seele Weinerzeuger ist!
Zum Wein. Der Romignano Rosso di Rossi IGT ist ein Chianti IGT der rein ökologisch hauptsächlich aus Sangiovese gekeltert wird. Es handelt sich also um einen Biowein. IGT steht für Indicazione Geografica Tipica. Unter dieser Bezeichnung findet sich in Italien ein breites Spektrum von belanglosen Weinen bis hin zu höchstwertigen Weinen, denen eine DOC oder DOCG-Klassifizierung zum Beispiel deshalb verwehrt bleibt, weil sie aus anderen als den hierfür vorgeschriebenen Trauben gekeltert sind. Im Fall des Romignano Rosso di Rossi ist es so, dass der Weinberg aus dem die Trauben stammen schlicht und ergreifend nicht einem DOC-Gebiet zugeordnet ist obwohl er vielleicht bessere Trauben liefert, als der nebenan liegende Weinberg, der als DOC-Gebiet deklariert ist. Und genau das ist der Fall. In einer angrenzenden Fläche erntet Riccardo Rossi die Trauben für einen Chianti geringerer Qualität aber mit der Deklarierung DOCG.
Beim Rosso di Rossi sieht man schon im Glas, dass es sich um einen tollen Wein handelt. Die Farbe: Tiefes rubinrot. Schöne Schlieren zieht dieser Rotwein beim Schwenken im Glas. Der Duft: Aromen wie Kirschlikör, dunkle Beeren, Blaubeeren und ein Hauch Vanille. Der Geschmack: Angenehme und zurückhaltende Tannine. Ausgewogen. 13,5% Alkohol machen sich bemerkbar. Man kann die kerngesunden Trauben aus Weinbergen mit geringem Ertrag förmlich schmecken. Ein dichter körperreicher Wein. Die 12 Monate, die der Romignano Rosso di Rossi im Barrique ausgebaut wurde, nimmt man durch dezenten Holzgeschmack wahr.
Fazit: Ein sehr schöner Wein und eine absolute Empfehlung für Freunde des anspruchsvollen Chiantis. Schade nur, dass dieser Wein in Deutschland nicht erhältlich ist. Herr Rossi hat uns erzählt, bisher interessieren sich die deutschen Weingroßhändler nur für seinen Einstiegs-Chianti. Der ist eben günstiger – trotz DOCG-Auszeichnung – kommt aber an den Romignano Rosso di Rossi nicht heran. Kein Problem für mich: ich habe ein paar Flaschen aus der Toskana mitgebracht. Die schlummern im Keller und warten darauf, geöffnet zu werden. Bleibt nur zu hoffen, dass der Vorrat bis zum nächsten Toskana-Ausflug ausreicht.
Mit der Eröffnung des Restaurant Eisenstein wurde der Ruine einer damals weltberühmten Schiffschraubenfabrik neues Leben eingehaucht und gleichzeitig ein über die Grenzen Hamburgs hinaus bekannte Gastrolocation geschaffen. Im Interview stellt Michael Schlie, Geschäftsführer und Inhaber des Restaurants Eisenstein in Hamburg, sein Gastronomiekonzept vor und erklärt, welche Rolle Wein dabei spielt.
Seit wann gibt es das Restaurant Eisenstein? Eröffnung im Mai 1988
Ein paar Worte zum Gastrokonzept bitte. Altona, Ottensen und die Zeisehallen – Orte mit einer bewegten, lebendigen Geschichte. Das Restaurant Eisenstein ist inzwischen ein Teil davon. Seit der Eröffnung des Restaurant Eisenstein, im Jahre 1988, wurde der Ruine der damals weltberühmten Schiffschraubenfabrik Zeise neues Leben eingehaucht. Die alte Architektur, gepaart mit Industriedesign, die inzwischen legendäre Pizza aus dem Holzbackofen und eine modern geprägte internationale Küche, machten das Restaurant Eisenstein vom ersten Tag an zu einem Magneten für Menschen aus der Musik-Film- und Kulturszene und aus Politik und Wirtschaft.
Die Location und Kulisse des Eisenstein ist definitiv außergewöhnlich und unglaublich schön. Worauf wurde Wert gelegt bei der Gestaltung der Räumlichkeiten? Behutsame Renovierung, Erhaltung der alten Substanz und vieler Stilelemente. Der Umbau wurde vom Architekturbüro medium ausgeführt, das dafür den Architekturpreis der Stadt Hamburg bekommen hat.
Was macht ihres Erachtens das Eisenstein Restaurant einzigartig? Die Architektur, das Ambiente, ein mit Holz befeuerter Pizzaofen mitten im Raum,9 m hohe Decken, usw.
Was kommt aus Ihrer Küche und welche Einflüsse sind in der Küche erkennbar? Internationale Küche auf hohem Niveau, darüber hinaus „die beste Pizza Hamburgs“ ( laut diverser Gastroführer )
Ein paar Worte zu Ihrem Chefkoch? Michael Köhn, Ausbildung bei Josef Viehhauser im damaligen „Le Canard“, danach einige andere Stationen (Memory Hamburg, Allegria Hamburg), seit 3 Jahren bei uns.
Welche Rolle spielt Wein bzw. die Weinkarte in ihrem Gastrokonzept? Wein ist das wichtigste Getränk in unserem Haus.
Wie haben Sie die Weinkarte konzipiert und wo liegt der Schwerpunkt? Eine Mischung aus bekannten und unbekannten Gewächsen. Schwerpunkt Deutschland.
Uns interessieren natürlich Ihre ganz persönlichen Wein-Präferenzen: haben Sie einen Lieblingswein? 2006 Schlossböckelsheimer Felsenberg, Dönnhoff, Nahe
Das Thema dieses Weinblogs lautet „Wein, Pop & Lifestyle“. Können Sie der Verbindung etwas abgewinnen? Ja, bis auf die Bezeichnung Pop!
Wie lautet die Empfehlung für den perfekten Abend im Eisenstein in Hamburg? Einen Tisch zu viert reservieren. Start mit einer Pizza mit Ziegenkäse und Speck, zum teilen. Danach ein 3-Gang Menü mit einem Vitello Tonnato auf unsere Art, geschmortem Bürgermeisterstück vom Freesisch Ochs und einem Dom von Valrhona Schokolade gekrönt. Dazu einen Weißburgunder Spätlese von Peter Siener aus der Pfalz und einen Spätburgunder von August Kesseler- traumhafter Abend!
Herzlichen Dank für die Beantwortung der Fragen!
Restaurant Eisenstein, Friedensallee 9, 22765 Hamburg; Öffnungszeiten des Restaurant Eisenstein: Mo.- Sa. 11.00- 0.00 Uhr, Küche bis 23.00 Uhr, So. ab 10 00 Uhr Frühstücksbüffet, Abendkarte ab 17.30 Uhr.
Das ClubRestaurant Felix in Berlin ist seit Jahren eine Institution: moderne und anspruchsvolle Küche, ein einzigartiges Restaurantkonzept kombiniert mit Musik und Cluberlebnis. Was hätte sich besser angeboten, als die WeinLese-Serie “Lifestyle-Restaurants & Wein – Interviews mit den Machern” mit einem spannenden Interview mit dem Küchenchef des Felix, Marcus Liebing, zu beginnen?
Der gebürtige Berliner Michael Liebing hat nach seiner Ausbildung zum Koch im Hotel Palace in Berlin seinen Grundwehrdienst absolviert und anschließend als Commis de Cuisine im Restaurant 44 bei Tim Raue angeheuert.2005 wechselte er als Demi Chef de Cuisine in das The Ritz-Carlton, Grand Caman, das er für eine 6-monatige Reise durch Australien im August 2007 verlies. Nach seinem Australienaufenthalt, während dessen er in unterschiedlichen Restaurants Erfahrungen gesammelt hat, übernahm er die Position des Sous Chefs in dem mit einem Michelin ausgezeichneten Restaurant Gabriele in Berlin. Seit Juni 2009 ist Michael Liebing Chef de Cuisine im FELIX ClubRestaurant.
Herr Liebing, vielen Dank, dass Sie für die Beantwortung der Fragen zur Verfügung stehen. Seit wann gibt es das Restaurant Felix in Berlin? Seit dem Jahr 2003.
Beschreiben Sie doch mal das Restaurantkonzept in wenigen Sätzen. Das FELIX ClubRestaurant ist der internationale Szeneclub Deutschlands auf der Südseite des Hotel Adlon im Herzen von Berlin. Neben einem breit gefächerten Clubangebot steht das FELIX insbesondere für ein einzigartiges Restaurantkonzept. Die daraus resultierende Kombination aus Essen und Trinken mit Musik, Spaß und Party kreiert im FELIX eine erstklassige Supper Club Atmosphäre, die in der internationalen Clubszene ihresgleichen sucht. Die Speisekarte von Küchenchef Michael Liebing präsentiert „Metropolitan Food“ – eine sehr zeitgemäße Küche, die sich Anleihen aus der ganzen Welt bedient, Stilistiken verbindet und dabei Trends und Entwicklungen aufnimmt. Es ist eine leichte, Energie spendende Küche bei der auf schwere Kohlenhydrate, Sahne und übermäßiges Fett verzichtet wird. Die Aromatik greift die Würzung Asiens auf und arbeitet mit den Techniken der klassischen Küchen. Die Ausrichtung ist ganz klar darauf fokussiert, dem Gast über den Gaumen Spaß und Lebensfreude zu vermitteln und ihm dadurch Energie für eine lange Club Nacht zu geben.
Beim Felix haben wir es mit einem außergewöhnlichen Restaurant zu tun. Auch die Atmosphäre ist außergewöhnlich. Worauf wurde bei der Gestaltung der Location geachtet? Es wurde besonders darauf geachtet, eine elegante und dennoch legere Supper Club Atmosphäre zu schaffen. Die Eleganz des FELIX ClubRestaurant ergibt sich aus dem von Anne Maria Jagdfeld gestalteten, puristischen Design – eine Hommage an die New Yorker 40er Jahre. Wie eine Empore verläuft die stilvolle Barebene rund um den großen, hohen Raum und besticht durch den 20 Meter langen Design-Tresen. Loungige Sitzecken und ein umfangreiches Getränke-Sortiment laden zum entspannten Aperitif oder zum Clubbing nach dem Essen ein. Von jedem Platz der Bar eröffnet sich der Blick hinunter in das Herzstück des FELIX: das Restaurant. Die Bar auf der oberen Ebene und das Restaurant im Herzen des Clubs sind durch eine große Freitreppe miteinander verbunden. Beim Hinabschreiten eröffnet sich dem Gast eine gemütliche und warme Raumatmosphäre. Die ästhetische, helle Farbgestaltung des Interieurs und das faszinierende Lichtdesign machen diesen Raum zu etwas ganz Besonderem. Die strahlenden Lichtsäulen, die in nahezu 16 Millionen unterschiedlichen Farbkombinationen beleuchtbar sind, enden in den 7 Meter hohen Decken. Musik, Lichtstimmung und Thema des Abends werden sensibel aufeinander abgestimmt. Untermalt die Musik am frühen Abend noch dezent das Bar- und Restaurantgeschehen, entwickelt sich durch das Fingerspitzengefühl der DJs im Verlauf der Nacht eine prickelnde Clubatmosphäre. Das FELIX ClubRestaurant ist ein Ort, an dem man sehen und gesehen werden möchte, elegant und ausgelassen in pulsierender Clubatmosphäre feiert und vor einer langen Nacht energiegeladene Speisen genießt.
Was macht das Restaurant Felix einzigartig? Die Kombination aus Essen und Trinken mit Musik, Spaß und Party.
Lassen Sie uns noch etwas über die Küche und den Wein sprechen. Welche Einflüsse sind in der Küche erkennbar? Die Speisekarte präsentiert „Metropolitan Food“ – eine sehr zeitgemäße Küche, die sich Anleihen aus der ganzen Welt bedient, Stilistiken verbindet und dabei Trends und Entwicklungen aufnimmt. Es ist eine leichte, Energie spendende Küche bei der auf schwere Kohlenhydrate, Sahne und übermäßiges Fett verzichtet wird. Die Aromatik greift die Würzung Asiens auf und arbeitet mit den Techniken der klassischen Küchen. Die Ausrichtung ist ganz klar darauf fokussiert, dem Gast über den Gaumen Spaß und Lebensfreude zu vermitteln und ihm dadurch Energie für eine lange Club Nacht zu geben. So finden Gäste beispielsweise Thunfischtatar mit Wasabi-Garnelen und Koriander, Saibling mit Estragonöl im Pergament oder Mango-Kokos-Suppe mit Litchis und Chili-Eis auf der Karte.
Welche Rolle spielt Wein bzw. die Weinkarte im Clubrestaurant Felix? Das FELIX ClubRestaurant gehört zur Familie der Adlon Holding, zu der auch die Lorenz Adlon Weinhandlung zählt. Wein ist daher aus gutem Grund ein fester Bestandteil in den Konzepten aller Lifestyle-Betriebe der Adlon Holding.
Lassen Sie uns noch etwas beim Wein bleiben. Was finden wir auf der Weinkarte im Felix und wie wurden die Schwerpunkte gesetzt? Die Weinkarte hat drei Schwerpunkte: Erstens: Deutschland – aus Patriotismus; zweitens: Frankreich – aus Liebe zum Wein und drittens: Italien – denn alle guten Dinge sind drei!
Natürlich soll das Thema Wein eine Hauptrolle in diesem Interview spielen. Deshalb würden uns Ihre ganz persönlichen Präferenzen interessieren: haben Sie zurzeit einen Lieblingswein? Rieslinge vom Weingut Dreissigacker aus Rheinhessen – für uns DER Winzer Deutschlands
Das Thema dieses Weinblogs lautet “Wein, Pop & Lifestyle”. Können Sie dieser Verbindung etwas abgewinnen? Wein ist Lifestyle = Lebensgefühl und gehört einfach zusammen. Ob er bei leisem oder lautem Pop hörend getrunken wird, ist Geschmackssache und jedem selbst zu überlassen. Alternativ sorgt unsere Küche für den Pop auf den Tellern…
Zu guter letzt zurück zu Ihnen ins ClubRestaurant. Wie lautet Ihre Empfehlung für den perfekten Abend? Der perfekte Abend beginnt mit einem Dinner im FELIX ClubRestaurant, am besten in einer größeren Gruppe mit Freunden. Während das Restaurant langsam in einen Club verwandelt wird, wird nach dem Essen in der Dom Pérignon Lounge weiter gefeiert. Diese ist erhöht und gleich neben der Tanzfläche zu finden. Bequeme Loungemöbel aus hellem Leder und eine eigene Bar laden dort zu prickelndem Genuss und zum Feiern auf höchstem Niveau ein – die Lounge ist daher insbesondere bei internationalen Stars und Persönlichkeiten aus Film, Fernsehen, Kunst und Kultur beliebt.
Vielen Dank für das aufschlussreiche Interview. Die Ausführungen machen Lust auf den nächsten Besuch im FELIX in Berlin. Wir freuen uns darauf!
Das FELIX ClubRestaurant ist donnerstags, freitags und samstags ab 19 Uhr geöffnet. Es befindet sich in der Behrenstraße 72 in 10117 Berlin. Weitere Informationen sind unter http://www.felix-clubrestaurant.de oder telefonisch unter 030-301 117 152 erhältlich.
Dass der deutsche Wein im Aufwind ist, ist kein Geheimnis. In Deutschland gibt es immer mehr Winzer die qualitativ tolle Weine produzieren. Im Ausland, beispielsweise in England und Amerika, wurde dies schon vor Jahren erkannt. Vor allem die Deutschen selbst wussten den eigenen Wein lange Zeit nicht zu würdigen, aber der Trend, den deutschen Wein als international ebenbürtigen und qualitativ gleichwertigen Wein anzusehen setzt sich zunehmend durch.
Und nun kommen auch noch die jungen Wilden. Der Generationswechsel im Weinbau vollzieht sich in den letzten Jahren zunehmend und hält die Weinszene in Bewegung. Für besondere Aufmerksamkeit sorgen immer mehr Jungwinzer, die sich zu Gruppen und Initiativen zusammenschließen – denn Einigkeit macht stark. Recht so! Eigentlich müssten sie Konkurrenten sein und doch ziehen sie es vor, gemeinsam von ihren Erfahrungen zu profitieren. Kooperieren statt Konkurrieren heißt die Devise der jungen Generation, denn heute liegt die Konkurrenz nicht mehr so sehr im Nachbarbetrieb, sondern vielmehr im international bestückten Weinregal des Lebensmittelhandels an jeder Ecke.
Die jungen Winzer haben internationale Erfahrungen gesammelt, sind motiviert und hochqualifiziert – das beweist nicht zuletzt die Qualität ihrer Weine. Die Winzer aus Leidenschaft sprechen die jungen Lifestyle- und Genießer-Zielgruppen an und repräsentieren die Bedürfnisse unserer Gesellschaft nach Authentizität und Zuverlässigkeit. Sie setzen konsequent auf Qualität und der Erfolg gibt ihnen Recht. Auch das Thema Marketing wird nicht vernachlässigt. Eines der auffälligsten und aufmerksamkeitsstarken Beispiele – das Weingut Markus Schneider – hatte ich in einem anderen Post bereits beschrieben. Markus Schneider und seine innovativen Weine mit so einprägsamen Namen wie Markus Schneider Black Print oder Markus Schneider Tohuwabohu haben gezeigt, wie es geht, deutsche Weine erfolgreich zu vermarkten.
Eine interessante Gruppierung „junger Wilder“, die dem deutschen Wein neuen Schwung verleihen werden, ist die „Generation Riesling“. Die Generation Riesling will das Image des modernen, hochwertigen und dynamischen deutschen Weinbaus in die Welt tragen. Auf Anregung des Deutschen Weininstituts (DWI) haben sich rund 165 junge Winzer, Kellermeister und Weinfachleute zu der Generation Riesling zusammengeschlossen, mit dem Ziel, als Botschafter des deutschen Weines den einheimischen Weinbaugebieten frischen Wind einzuhauchen. Das DWI hofft, mit der Website der Generation Riesling eine Plattform für die junge, nachwachsende Weingeneration geschaffen zu haben. Es soll eine Bewegung entstehen „bei der möglichst viele mitmachen“, so die Geschäftsführerin des DWI, Monika Reule.
Die Bezeichnung Generation Riesling resultiert aus der derzeit erfolgreichsten deutschen Weinsorte Riesling – wer hätte es gedacht! Aber auch junge wilde Vertreter anderer Weinsorten – vom Cabernet Sauvignon bis Sauvignon Blanc – sind in der Generation Riesling vertreten.
Einige Jungwinzergruppen nutzen Partys und Veranstaltungen, um Ihre Weine publik zu machen. Von Weinpartys mit hunderten Gästen bis hin zu exklusiven Abenden in außergewöhnlichen Locations. So stellte bereits vor Jahren beispielsweise die rheinhessische Gruppe „Wine on the rock“ vor dem romantischen Ambiente des Empire-Schlosses in Worms-Herrnsheim gemeinsam mit jungen Köchen sowie jungen Sommeliers ihr Können unter Beweis. Ähnliche Lifesytle-Veranstaltungen organisierten auch die „Nahetalente“ unter den Brückenhäusern von Bad Kreuznach. Oder die Veranstaltung Beats & Öxle von Rainer Trüby. Außerdem bieten einige der Winzer auch Wein Probiersortimente aus Deutschland an. Für die jungen Wilden von heute ist es wichtig, einerseits ihre Individualität zu wahren, aber andererseits auch Erfahrungen austzuauschen und gemeinsame Marketingstrategien zu entwickeln und Marktaktivitäten umzusetzen. Mit attraktiven Events und Partys schaffen Sie es eine junge, moderne, lifestyleorientierte Zielgruppe anzusprechen. Das ist die Zukunft der Weintrinker.
Eine gute Entwicklung finde ich. Warten wir ab und hoffen, dass die jungen Wilden weiterhin Rückenwind haben und der deutsche Wein weiter im Aufwind bleibt. Ich freue mich darauf.
Mythos Champagner. Da fällt mir doch noch ein Mythos ein. Fängt auch mit C an: Currywurst. Und was haben Champagner und Currywurst miteinander zu tun? Berechtigte Frage. Die Anwort lautet: Champagner und Currywurst sind ziemlich hip zur Zeit – und das nicht nur in Berlin, der Hauptstadt der Currywurst. German Junk Food erlebt ein Revival und und ist gefragt wie noch nie. Extravagante Luxusversionen von Currywurst & Co erobern Deutschland. Immer mehr Edel-Currybuden peppen ihre Speisekarten auf: mit Biowürsten in unzähligen Variationen, angerichtet mit exotischen Saucen und hausgemachten Mayonnaisen. Im schicken Interieur werden Gourmetwürste mit Blattgold und Bio-Pommes mit Wasabi-Mayonnaise auf Porzellantellern serviert, begleitet von Champagner oder Wein. Selbst Sterneköche lassen sich von dem Hype anstecken und eröffnen eigene Pommesbuden oder setzen die Currywurst auf ihre Speisekarten zwischen Jakobsmuscheln und Coq au Vin. Sogar im Luxushotel Adlon steht sie manchmal auf der Speisekarte – mit Champagner! Bei Berlinale-Partys gilt sie genauso als hippes Fingerfood, und beim Bundespresseball ist sie bereits Kult. Auf dem politischen Parkett outete sich Alt-Kanzler Gerhard Schröder als Currywurst-Liebhaber.
Um die Erfindung der Currywurst ranken sich unzählige Mythen. Mancher scheint sich sicher zu sein, dass die erste Currywurst in Berlin zubereitet wurde. Und zwar von Herta Heuwer. Sie verkaufte die Wurst mit einer Sauce aus Tomatenmark, Currypulver und Worcestershiresauce im Nachkriegsdeutschland an ihrem Imbissstand in Berlin-Charlottenburg. Eine andere Legende besagt, dass die Currywurst von einer Prostituierten von Hamburg nach Berlin gebracht wurde. Auch das Ruhrgebiet beansprucht die Erfindung der Currywurst für sich. Niemand hat diese heiß-fettige Liebe so schön im passenden Jargon festgehalten wie Herbert Grönemeyer 1982 auf seinem Album “Total egal”: “Kommse vonne Schicht, wat schönret gibt et nich als wie Currywurst.” An Imbissbuden im ganzen Ruhrgebiet gilt bis heute die Ansage: Curry mit Pommes Schranke, Mantaplatte oder Schimanski-Teller. Denn multimedial inszenierte sich die Currywurst zuerst im Ruhrpott-Tatort samt Horst Schimanski.
Sicher ist: heute ist die Currywurst deutschlandweit eines der beliebtesten Fastfood-Gerichte. Ob man dazu nun Champagner trinken muss oder gar Wein? Darüber lässt sich streiten. Klar ist: angesagt ist die Kombi aus Champagner und Currywurst auf jeden Fall. Immer mehr Buden spriesen aus dem Boden. Man trifft sich um 5 Uhr morgens nach dem Clubbesuch noch auf ne Curry mit Champagner.
Selbst Stuart Pigott hat sich schon 1997 in einem Artikel in der BZ mit der Currywurst auseinander gesetzt und sich als echten Currywurstfan geoutet. Auch was Champagner mit Currywurst anbelangt hat sich Stuart Pigott ein Urteil gebildet. Er ist der Meinung, dass ein Dom Perignon-Champagner nicht mit der süßen Tomatensauce der Currywurst harmoniert. Wenn schon Champagner, ist er der Meinung, dann ein Veuve Cliquot. Der perfekte flüssige Partner zur Currywurst ist aber süß. Wer es also unbedingt dekadent mag, sich aber nicht superdekadent für den Champagner entscheidet, dem sei ein edelsüßer deutscher Wein zur Currywurst empfohlen. Und schon sind wir wieder bei einer der Grundregeln zur Frage „welcher Wein zu welchem Essen?“: Regional passt immer!


