Das Ambiente chic und trendy. Licht- und Raumstimmung sowie die Inszenierung der eingedeckten Tische wirken ebenfalls aufgeräumt und modern. Wer ein lauschiges Plätzchen sucht, sollte das Lokal aber eher meiden – es ist relativ laut im Rubico.
Zur linken Seite findet man die lässige Lounge – alles in Holz und Cordstoffen augekleidet – und rechts den Essbereich. Die Räumlichkeiten laden absolut dazu ein, auch nach dem Essen noch zu verweilen und einen Drink in der Lounge zu nehmen. Optisch und unter Charakterisierung der Besucher würde ich das Rubico als Szene-Hot-Spot mit vielen interessanten Menschen beschreiben. Der Service ist kompetent, freundlich und zuvorkommend aber in keinster Weise steif. Im Gegenteil. Die Bedienungen – meist männlich – tragen sehr lässig Jeans und weißes Hemd leger über der Hose.
Der Küchenchef und seit September 2005 auch Besitzer des Restaurants ist der in München geborene Martin Baudrexel. Gelernt hatte Baudrexel den Beruf des Kochs 1994 am St. Pius Culinary Institute im kanadischen Montreal. Baudrexel war schon Küchenchef im Vorgängerlokal Orangha und übernahm sein eingespieltes Küchenteam ins Rubico. Der Öffentlichkeit bekannt ist Baudrexel vor allem aus der RTL2-Doku-Soap „Die Kochprofis – Einsatz am Herd“. Ab und zu sieht man ihn auch in „Die Kocharena“ auf VOX, wo er gegen die Gewinner von „Das perfekte Dinner“ kocht.
Mal wieder ein Fernsehkoch denkt man – die Erwartungen an das Essen sind entsprechend hoch. Zuerst wird hausgebackenes Brot gereicht. Sehr gut. Ein Gruß aus der Küche folgt auch noch. Als Vorspeise Futo-Maki mit Lachs. Eine sehr gelungene Kombination. Anschließend Bärlauch-Cannelloni mit Tomatenconfit und Büffelmozzarella. Der Mozzarella ist top, die Cannelloni schmecken auch sehr gut – allerdings etwas verkocht. Die Hauptspeise: Kalbsrücken mit Lavendel-Jus und Morchelgnocchi. Auch das eine schöne Kombination, der Kalbsrücken hätte allerdings etwas zarter sein dürfen. Zum Abschluss ein Schokoladenkuchen mit Ingwer-Limetten-Sorbet. Der Schokokuchen war ein Traum, das Limettensorbet dafür zu sauer.
Alles in allem waren die Speisen gut, weitere Anstrengungen in Richtung Koch-Olymp, um es mit den ganz großen Küchen aufnehmen zu können, dürfen allerdings noch folgen.
Was die Weinkarte anbelangt, erstreckt sich diese auf die Länder Deutschland, Italien, Österreich, Frankreich und Spanien. Einen Neue-Welt-Wein sucht man vergebens. Das wird den ein oder anderen freuen. Die Preisrange von 20 bis ca. 100 Euro liegt im absolut vertretbaren Bereich. Eine klare Empfehlung ist der Weißwein Bosco del Merlo Sauvignon Blanc 2008 – ein sehr guter Sauvignon Blanc aus Italien.
Insgesamt kann man das Restaurant & Bar Rubico klar empfehlen. Auch wenn das Rubico nicht die ganz große Küche bietet, ist es ein Restaurant, das einlädt, einen Abend mit Freunden in moderner Atmosphäre bei moderner Küche zu verbringen und idealerweise noch den ein oder anderen Drink in der Rubico-Lounge zu genießen.
Hinweis: Liebe Freunde der WeinLese, die Serie an Interviews mit den Küchenchefs der hippsten Restaurants in Deutschland geht weiter. Das nächste Interview erscheint am 23.Juni auf der WeinLese – und zwar mit den Machern des Gastraum 4Experiment (Hamburg).



Martin Baudrexel ist wenigstens nicht omnipräsent wie so manch anderer Fernsehkoch. Und sehr sympathisch ist er ausserdem.
Danke für die Info