Weinprobe: Markus Schneider – Black Print – 2007
Ein guter deutscher Rotwein zu erschwinglichem Preis gibt es nicht? Aber sicher gibt es das. Was liegt beim Stichwort guter deutscher Rotwein näher als mal wieder einen Markus Schneider zu öffnen. Ich hab mich heute für den Black Print entschieden.
Aber erst einmal zum Weingut und zur Person Markus Schneider. Ich glaube derzeit gibt es keinen Winzer der mehr von sich reden macht als Markus Schneider. Mit dem Kauf eines alten Weinguts durch seinen Vater beginnt die Erfolgsgeschichte in der Pfalz. Heute erstreckt sich das Weingut Markus Schneider schon über mehr als 25 Hektar die zu ca. 50% mit weissen Trauben und 50% mit roten Trauben bepflanzt sind. Die Weinberge, erstrecken sich in der Rheinebene rund um Ellerstadt in der Pfalz. Die unterschiedlichen Witterungseinflüsse kennzeichnen die verschiedenen Weine. Unterstützt von der Vielfalt der Böden ergeben sich höchst eigenständige charaktervolle Weine mit eindeutigem Ursprungsprofil. Die Lese führt Schneider streng selektiv von Hand durch. Nur hochreifes, gesundes Lesegut findet seinen Weg in den Keller. Einige Weißweine werden teilweise im Barrique ausgebaut. Die Rotweine werden vollständig in Holz ausgebaut.
Markus Schneider hat es geschafft innerhalb kurzer Zeit ein anspruchsvolles Weingut aufzubauen und Weine höchster Qualität zu erzeugen. 1994 bringt der junge Winzer den ersten eigenen Wein auf den Markt. Erste Erfolge feierte er bereits Ende der neunziger Jahre. Presse und Weinkritiker wurden erstmals 2002 auf den Schneider Wein aufmerksam: Das Magazin Feinschmecker hat Markus Schneider 2002 als besten Newcomer gefeiert und der internationale Durchbruch gelang ihm mit dem Titel “Entdeckung des Jahres 2006” im Gault Millau. Auch Stuart Pigott honoriert in seinem „kleinen genialen Weinführer 2006“ Markus Schneiders Rotweine: “Markus Schneider hat die beste deutsche Antwort auf die Übersee-Rotwein-Welle gefunden, die in den letzten Jahren über die Bundesrepublik geschwappt ist: Weine mit viel Saft und Kraft, die aber kein aufgesetztes Lächeln einstudiert haben.”
In den letzten Jahren hat Markus Schneider mit seinem Wein immer wieder für Aufsehen gesorgt. Einerseits mit bemerkenswerten Qualitäten und darüber hinaus auch mit innovativen und modernen Vermarktungsideen. Dabei hat Schneider es immer gut verstanden, die exzellente Qualität und den Charakter seiner Weine auch optisch zu kommunizieren. Schneider-Weine sind schon vor dem ersten Schluck ein Erlebnis mit ihren modern minimalistisch gestalteten Etiketten und kreativen Namen wie „Einzelstück“, „Ursprung“, „Tohuwabohu“ oder „Black Print“. Ihr schnörkellos modernes Design wiederholt sich auch in dem ebenso kantigen Kellereigebäude auf Schneiders Weingut und auf seiner Website. Zusammen ergeben diese Elemente ein Gesamtkunstwerk, das in der jungen Weinszene als Benchmark gilt: Wine, Pop & modern Lifestyle. Markus Schneider trifft das Lebensgefühl „modern Lifestyle“ und ist meines Erachtens der Popstar unter den Winzern in Deutschland. Für die deutsche Weinszene ist er auf jeden Fall eine Bereicherung.
Kommen wir zum Wein. Black Print. Was verbirgt sich dahinter? Es handelt sich um eine Cuvee der Rebsorten St. Laurent, Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah. Und der Name ist Programm. Beim eingießen ins Glas fällt sofort auf weshalb und wie treffend Markus Schneider den Namen dieses Weines – Black Print – gewählt hat: wegen der Farbe. Der Wein im Glas schimmert tiefschwarz, leichte violette Reflexe. Die Bezeichnung Black Print könnte nicht passender gewählt sein. Das Aromenspektrum: fruchtige Kirschen und Waldbeeren, Kakao- und Marzipannoten mit einem würzig, leicht rauchigen Touch. Der Geschmack: am Gaumen schöne Tannine, würzige Aromen von Curry bis Chilli reichend. Stachelbeeren und Johannisbeermousse. Man schmeckt deutlich die Reifung in Barriquefässern. Trocken. Sehr körperreich.
Fazit: Da erzähle man mir doch noch einmal deutscher Rotwein schmecke fad und sei unspektakulär. Auch mit dem Black Print Jahrgang 2007 hat es Markus Schneider mal wieder geschafft einen jungen, sofort trinkbaren Rotwein in die Flasche zu bringen. Stimmen Preis (ca. 15 Euro) und Leistung? Absolut! Jung trinken oder liegenlassen? Funktioniert beides. Zwei Stunden dekantieren und der Black Print zeigt sich bereits sehr zugänglich. Wenn Sie Ihm noch ein bis zwei Jahre im Keller gönnen, wird er vielleicht noch etwas zulegen können. Problemlos kann er aber auch noch länger lagern. Zusammenfassend: Daumen ganz klar nach oben.

