Weinregeln: Welcher Wein zum Fisch?
Laut einer Studie des Wissenschaftsmagazin Journal of Agricultural and Food Chemistry, haben japanische Wissenschaftlern nachgewiesen, dass bzw. warum Rotwein nicht zu Fisch passt. Laut den Wissenschaftlern wurde damit der Beweis erbracht, dass die bekannte Weinregel „Rotwein zu rotem Fleisch & Weißwein zu Fisch“ tatsächlich gilt. Die Erklärung dafür ist laut den Wissenschaftlern, dass das Eisen im Rotwein dafür sorgt, dass der Wein zu Fisch einen unangenehmen Nachgeschmack entwickelt. Wie ging die Weinprobe von statten? Die Forscher haben den Weinverkostern im Rahmen der Weinprobe ca. 40 verschiedene Rotweine und ca. 30 verschiedene Weißweine bereitet und dazu Jakobsmuscheln gereicht. Manche der Weine enthielten Spuren von Eisen – der Eisenanteil variierte von Weinregion zu Weinregion aber. Die Teilnehmer der Weinprobe gaben an, dass Weine die mehr Eisen enthielten einen stärkeren Nachgeschmack hatten. Der Fischgeschmack ließ übrigens nach, wenn eine Substanz zugeführt wurde, die Eisen bindet. Rotweine mit geringem Eisengehalt passten anscheinend deutlich besser zum Fisch. Soweit die wissenschaftliche Untersuchung.Die Faustregel, dass Rotwein zu rotem Fleisch aber zu Fisch bzw. hellem Fleisch nur Weißwein getrunken wird, war lange Zeit vorherrschend, hat allerdings schon längst keine Gültigkeit mehr, sagen Experten. Im Gegenteil, heutzutage werde das getrunken was beliebt. Die überwiegende Meinung unter Weinexperten ist weiter, dass der Eisenanteil von Rotwein nicht von Belang ist.Meine Meinung ist die: die Grundidee der Faustregel ist schlicht und ergreifend, dass es in der Regel besser passt, zu hellem Fleisch bzw. zu Fisch Weißwein und zu rotem Fleisch Rotwein zu trinken – zum Beispiel farblich. Wissenschaft und Expertenmeinungen hin oder her. Rotwein zu Fisch? Warum nicht. Es kommt auf den Wein an. Feel free. Letztendlich gilt: es passt das was schmeckt!Um bei der Kombination von Wein und Fisch aber nicht ganz daneben zu liegen, macht es durchaus Sinn, ein paar Richtlinien zu befolgen, die ich im folgenden zusammengestellt habe.Je nach dem, auf welche Weise Fisch zubereitet wird, ob gedünstet, gegrillt, gebraten oder gedämpft, kann ein und derselbe Fisch sehr unterschiedlich schmecken. Abgesehen davon haben auch Beilagen und vor allem die Saucen einen wichtigen Einfluss. Grundsätzlich kann man aber sagen: Ist bei der Sauce Weißwein im Spiel, solltet ihr einen Weißwein wählen – ist die Sauce rot, bleibt beim Rotwein.Fisch und Weißwein
Zu einem Fischgericht mit einer aromatischen Soße, mit geschmacklich intensiven Zutaten wie beispielsweise Zwiebeln, Knoblauch oder Speck und zu geräuchertem Fisch sollte auch der Wein entsprechend kräftig sein. Hier würde ich beispielsweise einen Chardonnay oder einen leicht gekühlten, fruchtigen Spätburgunder empfehlen.
Schonend und zurückhaltend gewürzter Fisch, etwa gedämpfte Seezunge oder gedünsteter Kabeljau, verlangen nach einem neutralen, zarten oder blumigen Weißwein, der den Eigengeschmack des Fischs nicht überdeckt. Ein deutscher Riesling oder ein Sauvignon Blanc beispielsweise sind eine super Ergänzung.
Süßwasserfische, kombiniert mit leichter Soße und Gemüsen, vertragen sich ebenfalls am Besten mit einem zurückhaltenden Weißwein.
Für Krusten- und Schalentiere eignen sich auch Sekt, Prosecco oder ein feiner Champagner.Fisch und Rotwein
Wie gesagt: Fisch und Rotwein können auch eine gute Kombination sein, zum Beispiel wenn der Fisch gebraten oder gegrillt ist. Eine gegrillte Dorade oder ein gebratenes Meerbarbenfilet ergänzen sich hervorragend mit einem leichten, fruchtigen Rotwein. Selbst ein gegrillter Hummer kann wunderbar mit einem Rotwein wie beispielsweise einem Schwarzriesling harmonieren. Auch zu Garnelen, auf dem Rost mit Knoblauch zubereitet, schmeckt ein leicht gekühlter, dezenter Rotwein sehr gut.
Gelungen ist die Kombination von Rotwein und Thunfisch, er harmoniert hervorragend mit einem frischen und fruchtigen Spätburgunder, der mit seiner Note von roten Früchten den geschmacksintensiven Thunfisch perfekt ergänzt.


